Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 1, 2001

Wolfgang Werp

August Deckenhoff zum Gedenken

August Deckenhoff 1923-2001

August Deckenhoff 1923-2001

Die Dülmener Heimatfreunde haben dem am 27. Februar 2001 verstorbenen August Deckenhoff viel zu verdanken. Die Förderung und Erhaltung der münsterländischen Heimat war sein besonderes Anliegen. Er hat sich deshalb viele Jahre lang durch zahlreiche Aktivitäten immer wieder für die Erschließung und Wahrung der landschaftlichen Besonderheiten und Bräuche rund um Dülmen und für die Pflege und Erhaltung wertvollen Kulturgutes in unserer kriegszerstörten Stadt unermüdlich eingesetzt.

Schutzengel in Weddern nach der Restaurierung 2001

Schutzengel in Weddern nach der Restaurierung 2001

Durch zahlreiche eigene Initiativen, gelegentlich auch ohne die Unterstützung oder gar gegen die Wünsche anderer Entscheidungsträger, verfolgte er für richtig erkannte Anliegen und hat somit vielen Dülmenern zur Vertiefung der Kenntnis ihrer Heimat verholfen. Beispielhaft und in dankbarer Erinnerung an den Initiator August Deckenhoff als Sprecher der Fachgruppe Denkmalpflege des Dülmener Heimatvereins soll hier auf die Restaurierung der beiden abgebildeten sandsteinernen Bildstöcke in Weddern und Visbeck verwiesen werden, an deren feierlicher Einweihung er nicht mehr teilnehmen konnte.

Auf den im Jahre 1896 aus Dankbarkeit für ein langes beschütztes Leben gestifteten Bildstock in der Bauerschaft Weddern wurde August Deckenhoff im Jahre 1999 aufmerksam und nahm die Vorbereitungen für seine Restaurierung mit Elan auf. Er ermutigte die Eigentümer, die Anwohner, die Schützenbruderschaft St. Jakobus Mitwick-Weddern, den Karthäuser-Verein, das Anna-Katharinen-Stift wie auch weitere Spender zu einer gemeinsamen Rettungsaktion. So konnte die Engel-Statue nach Beratungen mit dem Amt für Denkmalpflege und erfolgreicher Sanierung durch den Münsteraner Steinmetz Wennemer am 29. April 2001 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Pfarrer Herpers geweiht werden. Bei strahlendem Sonnenschein, bei schwungvoller Musik der Stadtkapelle und bei von fleißigen Händen des Anna-Katharinen-Stiftes angebotenen Getränken wurde der Bildstock wieder von den jetzigen Eigentümern, der Familie Bontrup, zur zukünftigen Betreuung übernommen.

Doppelbildstock Visbeck nach der Restaurierung 2001

Doppelbildstock Visbeck nach der Restaurierung 2001

Auch die Erneuerung des Bildstocks an der Kapelle Visbeck wurde im Mai 2001 nach abgeschlossener Renovierung als „zweites Vermächtnis von August Deckenhoff“, wie der Vorsitzende des Heimatvereins Ludger Hillermann formulierte, unter großer Beteiligung der Dernekämper und Visbecker Bevölkerung und Vereine begangen. Das aus dem Jahre 1736 stammende Denkmal erinnert an die Legende vom Ritter von Visbeck. Es war in monatelanger Arbeit konserviert und wegen der großen Schäden teilweise ergänzt worden. So wurde die Profilierung erneuert, und das fast vollständig zerstörte Eisenkreuz durch eine neue Schmiedearbeit ersetzt. Leider konnte eine Erneuerung der auf der Rückseite des Bildstocks eingravierten Inschrift, die ein Gebet für den Stifter enthält, aus denkmalpflegerischen Gründen nicht empfohlen und durchgeführt werden. Der Text soll den Betrachtern aber an naher Stelle zugänglich gemacht werden. August Deckenhoff hatte sich für die Erneuerung eingesetzt und bei der Eigentümerin sowie bei Stadt und Land die notwendigen Mittel gesammelt. Die Einweihung durch Pfarrer Dr. Engling war auch hier von einer kleinen Feier umrahmt.

Wie die vorgestellten erneuerten Bildstöcke zeigen, werden die Dülmener Heimatfreunde an vielen Stellen rund um Dülmen an das Wirken von August Deckenhoff erinnert und seiner erfolgreichen Arbeit dankend gedenken.

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