Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 1, 2002

Ulrich Artmann

Heimatverein Rorup

Der jüngste unter den Roruper Vereinen ist der Heimatverein. Am 23. März 1994 kamen in der Gaststätte Mevenkamp 15 Frauen und Männer zusammen, um den „Initiativkreis Heimatverein Rorup“ zu gründen. Es bestand offensichtlich ein Bedürfnis, das Angebot der vorhandenen Vereine um den Bereich der „Heimatkunde und Heimatpflege“ abzurunden. Dabei ist hervorzuheben, dass mit der Gründung des Heimatvereins keine Konkurrenz zu Angeboten bereits bestehender Vereine verbunden ist.

Der Initiativkreis bereitete die offizielle Gründungsversammlung des Heimatvereins Rorup vor, die am 4. März 1994 in der Gaststätte „Altes Gasthaus Maas“ stattfand. Mit dieser Versammlung wurde die Vereinsarbeit eingeleitet und ein „vorläufiger“ Vorstand gewählt. Auf der ersten Mitgliederversammlung am 21. Oktober 1994 wurde dann aus dem „Provisorium“ ein Verein mit Hand und Fuß, also mit Satzung und einem gewählten Vorstand.

Ehrenmitglied Otto Schmied (links) und der ehemalige Amtsdirektor des Amtes Rorup Josef Richter (1950-1972) bei der Fotoausstellung 1998
Ehrenmitglied Otto Schmied (links) und der ehemalige Amtsdirektor des Amtes Rorup Josef Richter (1950-1972) bei der Fotoausstellung 1998

Ernst Letterhaus wurde zum Vorsitzenden gewählt, Richard Brügging zu seinem Stellvertreter. Die Schriftführung übernahm Hans Egemann, für die Finanzen fand man in Roland Gwinner einen Kassierer. Komplettiert wurde der Vorstand mit drei Beisitzern. Diese Funktionen übten Dorothee Grotthoff, Bernhard Krümpel und Ulrich Artmann aus. Der genannte Vorstand wurde durch Wiederwahl im Jahre 1997 und 2000 bestätigt.

Schon in der ersten Mitgliederversammlung wurde dem langjährigen Roruper Lehrer, Herrn Otto Schmied, die Ehrenmitgliedschaft übertragen. Damit wurde Dank ausgesprochen für die jahrelange Arbeit, die er für die Aufbereitung geschichtlicher Vorgänge in und um Rorup geleistet hat.

„Der Heimatverein Rorup befasst sich mit Heimatkunde und Heimatpflege. Er will dabei Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen, pflegen und weiterentwickeln, damit Kenntnis der Heimat, Verbundenheit mit ihr und Verantwortung für sie in der gesamten Bevölkerung auf allen dafür in Betracht kommenden Gebieten geweckt, erhalten und gefördert wird.“ Dieser in der Satzung verankerte Satz wird seit der Gründung mit Leben gefüllt.

Ausstellung zur Weißstickerei im März 1996
Ausstellung zur Weißstickerei im März 1996

Es ist festzustellen, dass die Veranstaltungen des Heimatvereins regelmäßig sehr gut besucht und angenommen werden. Neben geselligen Veranstaltungen wie plattdeutschen Abenden oder Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung des Münsterlandes wird Wert darauf gelegt, die örtliche Geschichte aufzubereiten.

Zu den bisherigen Veranstaltungen gehören drei Ausstellungen. Eine „Weißstickereiausstellung“ zog am letzten Märzwochenende 1996 rd. 700 Besucher in das Bürgerhaus. Nicht minder gut angenommen wurde die zweite Ausstellung im Frühjahr 1998. Eine Fotoausstellung mit dem Thema „Rorup — einst und jetzt“ konnte an fünf Ausstellungstagen fast 1.000 Besucher begeistern. Im Dezember 2001 wurde zur Krippenausstellung eingeladen. Die ausgestellten 30 Krippen waren ausnahmslos von Roruper Familien zur Verfügung gestellt und in den meisten Fällen von diesen auch selbst erstellt worden. Auch künftig werden Ausstellungen einen wesentlichen Bestandteil der Vereinsarbeit darstellen.

Mitglieder des Heimatvereins und Helfer anderer Vereine vor der Bekanntmachungstafel am Ortsausgang nach Lette
Mitglieder des Heimatvereins und Helfer anderer Vereine vor der Bekanntmachungstafel am Ortsausgang nach Lette

Bereits frühzeitig wurden vom Heimatverein Aktivitäten zur Errichtung von Ortseingangstafeln entwickelt. Das bisher „wilde Plakatieren“ verschandelte nach Ansicht vieler Mitbürger das Ortsbild nicht unerheblich. Zunächst wurden dann in der Vorstandsrunde Konzepte entwickelt, Modelle durchdacht und anschließend gefertigt. Es wurde beschlossen, die anstehenden Arbeiten mit den anderen örtlichen Vereinen zusammen zu besprechen, Arbeiten und Kosten nach einem zu vereinbarenden Schlüssel zu verteilen. Dann kam es zu einer Zusammenkunft mit allen beteiligten Vereinen, man wurde sich einig und die Idee fand damit auch bei anderen Anklang. Seitens des Heimatvereins wurden Kostenkalkulationen angestellt, Pläne erstellt und eine Baugenehmigung beantragt. Die folgenden Arbeiten wurden — zeitweise durch behördliche Genehmigungsverfahren zwar etwas verzögert — dann doch recht rasch in die Tat umgesetzt. Der Heimatverein hofft, dass die vier Bekanntmachungstafeln einschließlich der angebrachten Grüße, die während der sogenannten werbefreien Zeit die Tafeln zieren, zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen.

Mit der Anlage einer Streuobstwiese hat der Heimatverein inzwischen eine zweite „praktische“ Maßnahme durchgeführt, und zwar in Zusammenarbeit mit der Naturfördergesellschaft (NFG) des Kreises Coesfeld. Als geeigneter Standort wurde im Vorfeld der Aktion die kleine Wiese an der Einmündung zur Gaststätte Mevenkamp/Rote Erde ausgesucht. Da sich das Grundstück in Eigentum der kath. Kirchengemeinde St. Agatha befindet, musste dieses zunächst von der NFG gepachtet werden. Es wurde dann zum 1. März 1998 mit der NFG ein Patenschaftsvertrag geschlossen, der vorsieht, dass der Heimatverein auf dem Areal eine Streuobstwiese anlegt und diese für einen Zeitraum von (zunächst) 20 Jahren pflegt. In einer gemeinsamen Aktion wurden im Frühjahr 1998 Hochstammgehölze, ausnahmslos heimische Obstsorten, gesetzt. Im Rahmen der notwendigen Pflege wird der Erhaltungsschnitt zum Anlass genommen, dieses unter fachmännischer Anleitung mit Beteiligung der Mitglieder des Heimatvereins durchzuführen.

Es wird erfreulicherweise festgestellt, dass die unter dem Walnussbaum vom Heimatverein errichtete Sitzgruppe von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. Derzeit wird ein Brunnen errichtet, der ausschließlich der Ansiedlung von Fledermäusen dienen soll. Praktischer Naturschutz wird daher auch künftig beim Heimatverein Rorup einen angemessenen Stellenwert einnehmen.

Die bisherigen Aktivitäten zeigen deutlich, dass der Blick nicht nur in die Vergangenheit gerichtet ist. Die Vereinsarbeit insgesamt gestaltet sich unter Berücksichtigung der Wünsche und Anregungen der inzwischen auf rd. 250 angewachsenen Mitglieder. Ebenso fühlt sich der Heimatverein in seinem Tun der Roruper Bevölkerung, insbesondere auch den Neubürgern, verpflichtet. So war der Heimatverein wesentlich an der Planung und Durchführung einer Festwoche anlässlich des Jubiläums „950 Jahre Rorup“ vom 27. August bis 3. September 2000 beteiligt.

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