Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 1, 2002

Günter W. Peters

Üöwer de Handwiärker

Verschaidentlik bin ik anspruorken wuorden, doch äs wat üöwer de aollen Handwiärker to berichden, de fröher in de Stadt füör de Büörger tätig wöeren. Aower auk, wuvull denn nu noch in de veermaol so graute Stadt daovon verbliewwen sind. In een Verkehrsbook von 1934, wat von den Verkehrsverein Dülmen haruutgiebben wuorden is, staoht alle de aollen Handwiärksmester nao Branchen ordnet drin. Dat gaiht von Anstrieker bäs Stohlmaaker un dat wassen daomols all eene ganze Menge, nämlik jüst 204 Handwiärker ut alle Berufe. So gaff et 30 Schnieder, 24 Schohmaker, 20 Schreiner un 14 Bäcker. Dat wassen jä kinne grauten Betriebe äs vandage, nee, manksten was män blos den Mester alleene in de Wiärkstiär an de Arbeid.

Handwerker in der alten Stadt Dülmen
1934 2001 1934 2001
20 Anstreicher 9 7 Installateure 10
5 Auto-Reparatur 12 1 Küfer 0
14 Bäckereien 5 10 Metzger 3
6 Baugeschäfte 10 5 Modistinnen 0
4 Buchbinder 1 7 Sattler/Polsterer 0
4 Buchdrucker 6 1 Seiler 0
2 Bildhauer 0 4 Schmiede 0
5 Dachdecker 7 30 Schneider 5
1 Drechsler 0 20 Schreiner 5
3 Elektro/Radio 5/3 24 Schuhmacher 4
6 Fahrräder 3 3 Stellmacher 0
13 Friseure 16 1 Stuhlmacher 0
8 Gärtner 3 204 Gesamt 107

Pelster Anstrich

Theodor Hülck

Ennige Berufe sind aower bäs nu hen all wull utstuorben, wu in de Liste to saihen is. Wildat de vandage nich mähr bruukt werd. So häff ik in miene Liste 25 Handwiärker upföehrt, waovon bäs vandage män 16 üöwerbliewwen sind, dat hett, 9 verschaidene Berufe sin in usse Stadt Dülmen nich miähr ansässig. Et magg jä sien, dat de alle in düsse Tied nich mähr bruukt werd, daofüör sind aower ne ganze Masse niee Berufe daobie kuemmen, von de ik aower hier nicks vertellen will. Hier gaiht et män blos üm de aollen Handwiärkers, de in dat Jaohr 1934 in Dülmen ansässig wöeren un de ik hier de Riege nao auk uplistet häff. (De enzelnen Ortsdeele sind hier nich met upföehrt wuorden.)

Heinrich Klaas

Dao wöeren 20 Anstrieker, de iöhre Farben noch sölwst anröehren mossen. Kunstharz- un Nitrolacke wuorden dao noch nich faken verarbeidt. Et wuor auk noch nich vull tapzeert, nee, de Wände in de Wuenstuorben wuorden män anstrierken un wenn dann de Farwe drüege was, dann wuor met eene Musterrolle een Muster met’ne annere Farwe uprullt un dat moss dann jä auk genau passen. Auk dat insetten von Glasschiewen höerden to denn Beruf. Wildat dao jä Lienuolgekitt to bruukt wuor, nömden man de Anstrieker manksten auk wull „Kitt-Schieter“. Vandage sind et män blos noch 9 Maoler un Anstrieker.

Heinrich Ihl

Auto-Reparatur-Wiärkstiärn wassen daomols män blos 5 in Dülmen, wo man aower auk Benzin tanken konn. Düör de Motorisierung sind de nu up 12 anstieggen, wat jä nich verwünnert, denn alle Automarken häfft jä iöhre eegenen Vertrags-Wiärkstiärn. Well konn sik denn to de Tied daomols all een Auto erlauben? Jau, de mährsten hadden nich äs een Fahrrad.

Heinrich Zumbusch

Et gaff 14 Bäckerien, vandage män blos noch 5, de auk ne eegene Backstuorwe häfft, un verschaidene Sorten Braut backt, de et daomols garnich gaff. Dao was män blos Wittbraut, Schwattbraut, Pumpernickel, Kassler un Paderborner.

Franz Petermann

Brötkes gaff et auk all, aower män blos Witte un de kaimen höchst selten up den Disk. Dao kosten een Wittbraut män 50 Penning. Nich to vergiätten den Zwieback un de Knabbeln, denn daovon häff jä „Knäbbelken Aulike“ sienen Spitznamen krieggen.

Ennige Bäckermester föehrden met een Fahrrad met’nt grauten Kuorw up den Gepäckträger off met Piärd un Wagen, un läter auk wull met’n Dreirädken düör de Stadt, un brochen de Backwaren direkt in de Hüüser.

Baugeschäfte wassen fröeher män 6, wao et vandage de duppelte Tall nämlik 12 sind. De Mesters un iähre Müerlüde, aower nich to vergiätten de Handlangers häfft manchest Hüüsken baut. Dat gonk aower fröeher noch heel anners to. Dao moß dat ganze Material, de Steene un den Speiß, bäs hauge up de Gerüste druogen werden. Dat gonk so met den Vuegel füör Speiß, un de Steene wuorden up een Brett stapelt, wat jüst up de Schullern poß, un dann üöwer de Handlangerleddern harupslöert. Manksten wuorden de Steene auwer auk von Mann to Mann harupschmitten. Wann aower eene Betondierk guotten werden moß, dann wuor den Beton met Schüppen ümmer een Gerüst högger scheppt. Alleen de Gerüste, dat wassen Gerüstbaime, wao de enzelnen Etagen met Gerüstkiedden anschlaon wuorden. To de Tied gaff et noch kinne Staohlgerüste, kinne grauten Mischmaschinen un auk an de haugen Kräne was nich to denken. Jau, un in de Wintertied was an de Baustiärn jä nix los, denn bie de Köelde konn jä nich müert un auk nich betoneert werden. Un ennige von de Müerkers betätigden sik dann in de Wintertied äs Huusschlachter, un de föehrden dann met de grauten Koddentröege düör de Straoten. Schlechtwiärgeld was daomols jä noch nich in de Moo.

Anton Abel

Bookbinderien hadden wie fröher 4, daovon is män noch 1 üöwerbliewwen. Et gaff aower auk 4 Bookdruckerien un de Tall is nu up 6 anstieggen. Dao häff sik aower wahne vull verännert. Wuorden doch fröeher de Böök un auk de Tiedungen met enzelne Buchstaben uut Blie bieneene sett. Dao gaff et jä den Beruf Setzer un noch extro den Drucker. Un wenn dao dann eenen sogar beides konn, dann was dat’n „Schweizer-Degen“. Läter kaimen dann de Setzmaschinen up, so de Lynotyp, wao de Buchstaben faorts up Satzbredde uut flüssig Blie guotten wuorden. Alles dat giff et jä vandage nich mähr, den Hauchdruck is taomiärst düör den Offsettdruck un auk döer Siebdruck ersett wuorden. De Texte köennt nu met den Computer upschriewwen werden, un daoto is den Schriftsetzer jä nich mähr naidig.

Dann gaff et hier auk 2 Beldhauer, daovon is nu nich äs mähr eenen bliewwen.

Hör Niebauten un auk füör de Reparaturen an aolle Hüüser wassen 5 Dackdecker ansässig. De Tall is nu up 7 anstieggen. Jüst äs bie de Müerlüde was dat auk eene hatte Buttenarbeit, denn de Dackpannen wuorden auk, jüst äs bie de Müerkers de Steene un den Speiß, up de Handlangerleddern nao buorben slöert, wildat et jä noch kinne Kräne gaff äs vandage.

Een Drechsler was daomols in de Stadt, vandage is nicheen mähr dao.

Langenkämper

Elektro-Mester gaff et 3, de aower auk manksten de Radios installeerden un dat wassen dao jä noch Detektor-Radios met’n Bliekristall un Kopphörers. Vandage sind dat 5 Elektromester un 3 sind füör Radio un Fernsehen. Eerst läeter kaimen dann, de Volksempfänger un tweedeelige Radios up, wao in eenen Kasten denn Empfänger un in den annem den Lautsprecher wöer. An dat Fernsehen dachden daomols noch nicheen, jüst so äs an de nieen Telefone, de Handys, wao jä vandage Jans un Franz met herumlöpp. Jau, de Tieten ännert sick.

Jäger

To de Tied was dat wichtigste Verkehrsmiddel aower dat Fahrrad, un so gaff et auk 6 Mesters, de düsse Fahrräer verkoffden, aower auk repareerden. Vandage sind dat män noch 3. De aollen Fahrräer hadden noch kin Dynamo, nee, de wassen met Karbidfunzeln uutrüstet, un de mährsten föehrden jä aohne Lecht, wildat jä auk noch nich vull Autos up de Straoten wöeren. Frielaup kannden de Räer auk nich, un daorüm hadden de auk kinne Rücktrittsbremsen un so moß man üöwer eenen Pinn, de an de Ass von dat Äechterrad was, upstiegen. Füör de aollen Lüde was dat ümmer een geföehrliket daohen. Jä, un vandage giff dat Fahrräer un Mountainbikes met 16 un 24 Gänge. Dann giff et auk noch Fahrräer de man bieneene klappen kann, daomet de in de Autos harin passt.

Aloys Schmitz

Friseure wassen daomols 13 un vandage sind dat sogar 16 wuorden, wildat usse Fraulüe döer de Dauerwellen ümmer met schöne Haor harümlaupen willt. Fröeher wuor jä blos onduleert un vull mähr raseert, dao kaimen de Lüe vüör de Haumiß noch iäben bie de Friseur harin, üm sik raseeren to laoten. Denn dao gaff et män blos Raseermessers un dao wuorden jä nich alle Mannslüe met feddig. De Raseerapparate wassen noch nich up den Markt un vüör allem kinne Elektroraseerer, so äs vandage. De Lehrlinge, de „Stifte“, mossen füör gewüenlik den Baort inseepen, so dat dat richtig schüemden, bevüör dann den Mester met sien scharpet Messer ankaim, wat he vüörher noch afftrocken har. De Stammkunden bie de Friseure hadden alle een eegenet Raseerpöttken wao eene Nummer un manksten auk den Namen drup stonn.

Schloßgärtnerei

8 Gäörner wassen daomols in de Stadt, nu sind et män blos noch 3, de aower wull genoog to daohen häfft. Fröeher hadden de Büörger jä tomärst noch eenen Gaorden, wo füör de Famillge Gemöes anbaut wuor, jau un de daofüör naidigen Säömerien un kleinen Pläntkes to’t puorten wuorden in de Gäörnerien kofft, de jä in de Driewhüüser de kleinen Planten trocken. Man konn aower auk Gemöös un Obst inkaupen, wann man sölwst nix in de eegenen Gaorden har. Füör de Beerdigungen mooken de Gäörners auk schöne Kränze un üm Allerhillgen was dann den gröttsten Ümsatz met de Gestecke füör de Griäwer to maaken. Jau, dann stonnen de Gäörner vüör den Daudenkiärkhoff un verkoffden de Gestecke un auk de Lämpkes.

Hahne

Installateure füör Gas un Water gaff et daomols män 7 un dat sind vandage sogar 10 wuorden, wildat in düsse Berufe sik jä auk vull mähr daohen häff. Well har denn all fröeher wull een WC off sogar een Badezimmer in’n Huuse? Nee, tomiärst was dao män blos’n Plumbslokus un füör dat baden gaff et män eene Zinkwanne, wao dann eenen nao den annern drin kaim. Un de aollen Lüde saggen fröeher: Eenmaol in’t Jaohr wett’t badet, off dat naidig is orre nich. De Büörgers up de Ringe un manksten auk de in de annern Straoten hadden in jedden Stuorben een Uoben staohn, de met Kuohlen un Briketts heizt wuor. Dao dachden noch de wainigsten an eene Zentralheizung, de jä nu in fast alle Wuenungen inbaut wuorden sind un daodüör is dann jä auk vull miähr Arbeid füör de Installateure anfallen.

Kleibolt

Jau, dann was auk een Küfer in de Stadt, de up de Viktorstraote siene Wiärkstiär har. Vüör dat Huus stonnen alle müerglicken Fätt to’t verkaupen un auk tom repareeren. Dao wassen jä auk noch Brauerien in de Stadt, de jä füör dat Beer Holtfätt bruukden. Un man mott bedenken, dat in jedden Huusholt auk Fätt bruukt wuorden so äs dat Ahlfatt, dat Waskfatt un de Fätt füör dat Suermoos un de Saoltbauhnen. Aower nich to vergiätten is auk dat Piekelfatt, wat jä füör de Schlachterie bruukt wuor. In de Hüüser giff et dat nich mähr, un somet wett auk kin Küfer mähr bruukt.

Viktor Zumbrink

10 Metzgereien suorgden füör dat frischke Fleeschk un füör de Wuorst. Vandage sind et män noch blos 3. Wenn von de Huusschlachtung alles upbruukt was, dann moß man jä manksten wat von de Metzger halen, daomet dat Düörgemöös den rechten Geschmack kreeg, dat komm aower auk wull een End frischke Braotwuorst sien. Metzger-Upschnitt wuor erst dann halt, wenn de eegenen Wüörste un auk dat Ingekuorkte to Enne gonk. Alle Metzgerieen hadden fröeher auk en eegenet Schlachthuus met gaute Wuorstküerke. De Kodden un de Rinder wärd vandage alle in graute Schlachthüüser zentral schlachdet un dann an de Metzgers anliewwert. Ik häff fröeher beliärwt, dat son Kohdier tailacken gonk, bevüör et in dat Schlachthuus kaim, dann mossen de Gesellen un de Stifte drächterherjagen un dat Dier wier infangen.

Erich Beims
Neujahrswünsche der Metzgerei Beims, Münsterstraße 38, für das Jahr 1930

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