Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 1, 2003

Wolfgang Werp

Neuerscheinungen

Jahrbuch Westfalen 2003, herausgegeben vom Westfälischen Heimatbund, Redaktion: Rainer A. Krewerth, Münster 2002.

Der am 30. März 2003 viel zu früh verstorbene Redaktionsleiter des Jahrbuches Westfalen Rainer A. Krewerth ist durch seine vielen auflagenstarken Westfalica bekannt und beliebt geworden. Erinnert sei nur an seine erfolgreichen Reportagen „Wo das Münsterland am schönsten ist“ und „Burgen die im Wasser träumen“. Er hat auch das aus dem Westfälischen Heimatkalender hervorgegangene Jahrbuch Westfalen von 1983 bis heute ideenreich betreut und ihm sein eigenes, unverwechselbares Profil gegeben. Im hier vorgestellten Jahrbuch 2003 hatte er die Leser im Vorwort gebeten, bei der Suche nach einem Schwerpunktthema für das Jahrbuch 2004 Anregungen zu geben. Möge Rainer E. Krewerth für die Auswertung dieser Leserwünsche einen ebenso erfolgreichen Nachfolger in der Federführung des Jahrbuches finden! Wir nehmen die 1993 unterbrochene Besprechungstradition in den Dülmener Heimatblättern jedenfalls gerne wieder auf und empfehlen allen Heimatfreunden diese abwechslungsreiche Lektüre.

Das Jahrbuch nimmt immer wieder eine bunte Themenvielfalt in sein redaktionelles Programm auf, widmet sich dazu einem Leitthema und bringt in der Mitte des Buches einen Fotoreigen bester Qualität zu einem informationsreichen westfälischen Heimatthema. In der Ausgabe 2003 geht es um die drei Schwerpunkte „250 Jahre Mariä Himmelfahrt“, „Die westfälische Unterwelt“, womit natürlich die Bodendenkmalpflege, der Bergbau und die Archäologie in ihren vielen Facetten gemeint sind, und einen Blick auf historisches Blechspielzeug nach dem Motto „Schöne heile kleine Kinderwelt“. Aufgelockert durch Geschichten, Essays oder Gedichte, Buchvorstellungen und Fotomontagen ist das Jahrbuch immer wieder ein lohnendes, jährliches Lesevergnügen für jeden Liebhaber regionalen kulturellen Lebens, angerührt zu schmackhafter, westfälischer literarischer Hausmannskost!

Detlef Fischer, Chronik des Münsterlandes, Münster 2003.

Ähnlich wie die altbewährte Jahreschronik in früheren Heften der Dülmener Heimatblätter die Ereignisse nach dem Zeitablauf schilderte, hat Detlef Fischer den aufschlussreichen Versuch unternommen, die Geschichte des Münsterlandes chronologisch zusammenzustellen. Er geht dabei — angelehnt an das 1803 aufgelöste ehemalige „Oberstift“ des Fürstbistums Münster — von einem festen Block von Orten in den vier Kreisen des Münsterlandes einschließlich der Stadt Münster und des Tecklenburger Landes aus und reiht wichtige und für ihre Zeit aussagekräftige Ereignisse aneinander. Bei dieser Sicht der Dinge gelingt es dem Leser, losgelöst von örtlicher Beschränktheit nebeneinander liegende Geschehnisse zu sehen, zu bewerten und möglicherweise auch aufschlussreiche Folgerungen aus ihnen zu ziehen. Erstaunlich ist die angebotene Fülle von Einzelinformationen, denen der Verfasser nachgegangen ist. Dabei standen allerdings Begebenheiten von politischer, wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung im Vordergrund. Immer wieder sind aber auch kleine, scheinbar nebensächliche Ereignisse eingestreut und beleuchtet, um für die jeweilige Zeit typische Bewertungen zu erleichtern. In einer mehr oder weniger ausführlichen Kopfleiste je anno werden Schwerpunkte des Zeitgeschehens ideenreich herausgearbeitet. Wenn auch die Fülle der Einzelinformationen den stöbernden Leser dann und wann ermüdet, so bietet der mit Bildern und Urkunden aufgelockerte Fundus wegen der vielen oft neuen und überraschenden Querbezüge großes Lesevergnügen. Es handelt sich um ein anspruchsvolles, vielleicht sogar mutiges Experiment!

Dülmen - Historischer Stadtrundgang, herausgegeben von der Stadt Dülmen, Texte von Friedrich-Wilhelm Hemann und Anke Vogel, Dülmen [2002].

Diese zu einem interessanten Stadtrundgang verdichtete handliche Informationsbroschüre zur Stadtgeschichte ist für jeden Besucher Dülmens eine unverzichtbare Hilfe. Sie lädt anhand eines die Sehenswürdigkeiten markierenden Stadtplans zu einem Rundgang über neunzehn markante Punkte ein und erschließt dem Betrachter die nach den Zerstörungen der Kriege verbliebenen historischen Bauwerke, Kunstwerke oder sehenswürdigen Objekte. Einige wichtige Daten zur Stadtgeschichte und kurze Beschreibungen der auf dem Rundgang berührten Punkte vermitteln einen prägnanten Überblick zur 1.200-jährigen Siedlungsgeschichte der Stadt Dülmen.

75 Jahre Schützenverein Kohvedel e. V. Dülmen gegründet 1928, herausgegeben vom Schützenverein Kohvedel, Dülmen 2003.

Zu den Jubiläumsfeiern eines Schützenvereins gehört natürlich auch eine zünftige Festschrift. Der Festausschuss der Kohvedeler Schützen hat in einer 160 Seiten starken bunten Mischung aus Daten und Erinnerungen zur Geschichte des Vereins, zu den Königsketten, zum Fahnenschlag, zu Schützenvögeln, zu Pokalturnieren der Jungschützen, aber auch zu heimatgeschichtlichen Themen wie den Fenstern von St. Viktor, der Glocke von St. Josef, dem Brauchtum um den Maibaum usw. abwechslungsreichen Lesestoff angeboten. Abgerundet wird die interessant bebilderte Palette durch alte Fotos und Gruppenaufnahmen mit ausführlichen Chronologien der einzelnen Abteilungen. Alles in allem ein aufschlussreicher und daher lesenswerter Ausschnitt heimatlicher Brauchtumspflege.

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