Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

Heimatverein Dülmen e. V. | Dülmener Heimatblätter | Hefte | Register | Anmerkungen | Mitarbeit | Kontakt

<< Heft 1, 2004

Ortwin Bickhove-Swiderski

Nationalsozialisten erschießen Wilhelm Ricker — Mitglied des Reichsbanners in Dülmen

Seit Mitte Juni 1932 gärte es politisch in Dülmen. Am Montagabend dem 13. Juni schoss der 47-jährige Bauarbeiter Aloys Pläster, der seit 1931 Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold war, mit seinem Revolver auf den Sohn des Bergmanns Wilhelm Elbers vor dessen Wohnung. Der Buchbinder Karl Elbers, seit 1930 Mitglied im konservativen Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten, hatte das Reichsbanner-Mitglied Pläster mit dem Gruß "Heil Hitler" und einer schriftlichen Notiz, die er vor dessen Wohnungstür legte, so stark provoziert, dass dieser in die Wohnung der Eltern von Elbers schoss und dabei dessen Mutter durch die geschlossene Wohnungstür an der linken Hüfte getroffen hatte. Der Dülmener Arzt Dr. Ostrop konnte die Kugel operativ entfernen, die in die linke Hüftseite eingedrungen war, aber keinen bleibenden Schaden hinterließ.1

Westring in den 1930er Jahren zwischen Winkelstraße und Coesfelder Straße.
Westring in den 1930er Jahren zwischen Winkelstraße und Coesfelder Straße.

Am 23. Juli 1932 gab es neue schwere Zusammenstöße. In Dülmen hatte sich die politische Lage in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt. Politisch interessierte erwerbslose Jugendliche rotteten sich vielfach an den Straßenecken zusammen zu einem entsprechenden Meinungsaustausch. Dabei trafen die politischen Konkurrenten aufeinander. Am Donnerstag gegen 17.30 Uhr erhielt der Dülmener Nationalsozialist H. im Handgemenge mit Kommunisten eine erhebliche Schlagwunde am Kopf.

Die Polizei stellte sehr schnell die Ordnung wieder her. Kurz darauf wären um ein Haar Nazis und Reichsbannerleute aneinandergeraten. Im letzten Augenblick konnte die Polizei eine tätliche Auseinandersetzung verhindern. In den späten Abendstunden drohte ein Zusammenstoß von Nationalsozialisten und Kommunisten an der Heinrichstraße. Die alarmierte Polizei musste die Kommunisten unter Bewachung nach Hause begleiten.

Bei solchen Gelegenheiten bildeten sich sofort entsprechende Menschenansammlungen, wobei zu beobachten war, das unvernünftige Frauen, sogar mit Kinderwagen, stehen blieben und Schulkinder oft in der ersten Reihe standen. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bevölkerung in diesen schwierigen Zeiten doch Disziplin zu bewahren hätte. Vor allem sollten Eltern und Erzieher die Schuljugend mehr denn je darauf hinweisen, das sie bei politischen Ansammlungen nichts auf der Straße zu suchen hätten.

Die Ursachen der Zusammenstöße waren vielfach die Aufstellung von Tafeln für die Wahlplakate. Die brutalsten Kräfte setzten sich durch. Von den sechs Wahltafeln mit jeweils 24 Feldern in Dülmen nahmen die Nazis nicht weniger als 12 Felder in Beschlag. Den anderen Parteien blieben nur noch die restlichen 12 Felder, vorausgesetzt sie beschädigten nicht die Felder der anderen Parteien. Hier lag der Anlass zu den Zusammenstößen. Es wurde mehrfach auf die Stadtverwaltung und die Polizei eingewirkt, um für einen ordnungsgemäßen Wahlkampf ohne Fäuste und ohne Gummiknüppel zu sorgen.2

Wilhelm Ricker wird erschossen

In der Woche vor dem 23. Juli hörte man in Dülmen, dass die Nationalsozialisten etwas planten. Im Laufe des Freitags wurde von einem bekannten Dülmener Nationalsozialisten verkündet, es müsse unbedingt etwas geschehen. In den Abendstunden rotteten sich die Nationalsozialisten zusammen, die Verstärkung von nationalsozialistischen Stoßtrupps von auswärts erhielten.

In Dülmen war der Westring die Straße, in der sehr viele Republikaner wohnten. Die Nationalsozialisten zogen am 23. Juli vom "Braunen Haus" gegen den Westring und unternahmen hier einen regelrechten Sturmangriff auf die Häuser der Republikaner. Dabei war besonders beachtenswert, dass die Nationalsozialisten die umliegenden Verkehrsstraßen durch Posten abriegelt hatten. Dieses wurde von mehreren Zeugen bestätigt. Die Posten hielten die Passanten vom Durchgehen der Straßen mit dem Ausruf ab: Nicht weiter gehen! Hier wird geschossen.

An diesem Freitag lag eine unerträgliche Spannung in der Luft. Gegen 11.30 Uhr kam es dann zu Zusammenstößen zwischen Reichsbannerleuten und den Nationalsozialisten. In Richtung Westring wurden ungefähr 15 bis 20 Schüsse gefeuert. Nach der Schießerei fand man am Tatort etwa 15 Patronenhülsen der Kaliber 8 und 6 Millimeter. Dieses erschien dem Redakteur des "Volkswillens" ein ausreichender Beweis dafür zu sein, dass aus mehreren Pistolen geschossen worden war.3

Familie Ricker

Die Familie Ricker kam aus Darup und wohnte am Westring Nr. 28. Der Arbeiter Theodor Ricker, der Großvater des Erschossenen, wurde am 19. August 1845 geboren und war am 30. Dezember 1916 verstorben. Die Eltern waren der am 2. Juni 1876 im Kirchspiel Dülmen geborene Arbeiter Wilhelm Ricker und Gertrud Pläster, am 3. Dezember 1878 in Dülmen geboren und am 17. Oktober 1939 verstorben.

Das Ehepaar Ricker hatte acht Kinder. Der zweitälteste war Wilhelm Ricker, geboren am 20. März 1907 in Dülmen, von Beruf Weber. Er wurde am 22. Juli 1932 durch einen Beckenschuss so schwer verletzt, dass er am folgenden Tag, dem 23. Juli 1932, gegen 12.45 Uhr im Krankenhaus nach einer Operation verstarb. Alle Familienangehörigen waren katholisch.4

Willi Ricker war Vorstandsmitglied des Brieftauben-Zuchtvereins "Reiselust" in Dülmen. Weiter war er Mitglied oder besser gesagt Zuchtkollege im Kaninchen-Zuchtverein in Dülmen.5 Er wurde als ehrlicher Charakter und arbeitswilliger Mensch beschrieben. Das Mitglied des Reichsbanners Willi Ricker wurde 25 Jahre alt.

Die Täter

Die Polizei verhaftete drei Nationalsozialisten, die dem Untersuchungsrichter in Coesfeld zugeführt wurden. Von den drei Nationalsozialisten wurde einer wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Nationalsozialist G. wurde verhaftet.6

Die Ereignisse des Freitags wurden in Dülmen heftig diskutiert. Dabei sprachen alle Bevölkerungskreise mit. Ein richtiges und klares Bild ergab sich aber nicht. Die polizeilichen Vernehmungen waren auch noch nicht abgeschlossen.

Die eine Seite sprach von einem Zusammenstoß und einem Sturmangriff. Die andere politische Seite sprach von einer Balgerei und einem Zusammenstoß. In dem Polizeibericht wird von einem Zusammenstoß gesprochen. Es wird auch nicht der Frage nachgegangen, ob es sich um eine Balgerei oder um einen einseitigen Feuerüberfall handelte. Bis heute ist es nicht geklärt worden, wer den tödlichen Schuss abgegeben hat. Wie noch zu erfahren war, wurden die Schüsse auf die Reichsbannerleute, die sich zum Schutze der Wohnung eines Führers im Westring aufgehalten hatten, aus ziemlicher Entfernung abgegeben.

Es liegen zwar einige sich total widersprechende private Äußerungen vor, doch steht für die Untersuchung nur ein unbeteiligter Tatzeuge bis zur Stunde zur Verfügung, so dass noch größtes Dunkel über der Angelegenheit liegt - so der Redakteur der Dülmener Zeitung.7

In den Nachmittagsstunden des Samstags (23. 7. 1932) bedrohte auf öffentlicher Straße wiederum ein Nationalsozialist vorbeigehende Passanten mit einem Revolver. Er wurde von der durch die Republikaner herbeigerufenen Polizei verhaftet. Eigenartigerweise ließ man ihn aber sofort wieder frei, obwohl es in Dülmen Tagesgespräch war, dass der schießwütige Nationalsozialist bei seiner Verhaftung seine Schusswaffe einem anderen Parteigenossen gegeben hatte.8

Erst nach dem Ende der NS-Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs wurde am 10. Juli 1945 durch Wilhelm Brücher9, den von der Militärverwaltung eingesetzten Polizeichef von Dülmen, eine Vernehmung durchgeführt, aus der hier einige Auszüge mitgeteilt werden:

Fritz Grybeck, geboren am 15. 3. 1904 in Wanne, wohnhaft zur Zeit Carthaus bei Dülmen. Er wurde zur Wahrheit ermahnt und sagte folgendes aus:

Im Sommer 1931 kam ich durch die Gebrüder Bielefeld in Dülmen mit der nationalsozialistischen Bewegung in Berührung. Ich war seinerzeit arbeitslos und habe mich dieser Bewegung angeschlossen, um für mich eine Besserung meiner sozialen Lage herbeizuführen. Um einen kleinen Verdienst zu haben, war ich als Zeitungsverkäufer für die nationalsozialistische Idee tätig. Aufgrund meiner Tätigkeit für die NSDAP und SA avancierte ich nach und nach bis zum SA-Sturmführer und war Führer des SA-Sturms 5/471. Im Juli 1933 wurde der Reichsbannermann Willi Rickert aus Dülmen auf dem Westring in Dülmen vor dem Haus Nr. 40 von einer Gruppe SA-Leute durch Bauchschuß tödlich verletzt. Die Leitung des Überfalls hatte der SA-Sturmführer Josef Korbe aus Haltern. Wir waren an dem fraglichen Abend in vier Gruppen eingeteilt und sollten Flugblätter verbreiten und Plakate ankleben. An demselben Abend befand sich auch eine kleine Gruppe von Reichsbannerleuten auf dem Viehplatz in Dülmen, in der Nähe des Westrings gelegen. Die Gruppe, bei der ich mich befand, war auf dem Wege hinter der Overbergschule in Richtung Overbergstraße. Plötzlich fielen Schüsse. Wir nahmen an, das Überfallkommando sei alamiert, da seinerzeit das Kleben von Flugblättern und Plakaten an den Häusern nicht gestattet war und entfernten uns in Richtung zu dem damaligen SA-Lokal Waltring — Merfelder Hof.

Ich persönlich habe keine Pistole besessen. Wer an dem fraglichen Abend geschossen hat, kann ich nicht sagen.

Ende März 1933 wurde der damalige technische Leiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Wilhelm Brücher und der Führer des Jungbanners im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Anton Hörbelt, von einer Gruppe von SA-Leuten aus ihren Wohnungen geholt und in den Park des Herzogs von Croy mitgenommen. Ich habe mich an dieser Aktion nicht beteiligt und kann Angaben über die Täter in dieser Aktion nicht machen.10

Aus der Vernehmung von Wilhelm Terlau, geboren am 25. Dezember 1907 in Dülmen, wohnhaft Grenzweg Nr. 15 geht hervor:

In die SA eingetreten bin ich am 1. 9. 1931 in Dülmen. Im Juli 1932 wurde der Reichsbannermann Wilhelm Ricker aus Dülmen von SA-Männern auf dem Westring in Dülmen erschossen. Ich wohnte seiner Zeit auf dem Westring und bin erst durch die Schießerei aus dem Schlaf erwacht bzw. wurde ich erst durch den Spektakel auf der Straße auf die Sache aufmerksam. Ich bin sodann auf die Straße gegangen und über den Viehplatz zur Wirtschaft "Merfelder Hof", wo seiner Zeit die Dülmener SA verkehrte. Als ich die Wirtschaft betrat, waren im Lokal noch Gäste anwesend u.a. auch Halterner SA-Männer, die ich aber nicht mit Namen kenne. Nach ungefähr 15 Minuten betraten das Lokal die Dülmener SA-Männer Fritz Grybeck, Albert Gronover, Peter Gerding, Josef Gernemann, Hermann Franzeck, Heinrich Alfs und der Halterner SA-Mann Kober oder Köber, ferner kamen noch verschiedene Halterner SA-Männer herein, die ich aber nicht mit Namen kenne. Auch war der Dülmener SA-Mann Löhne hereingekommen. Es wurde dann darüber gesprochen, das jemand erschossen sei. Kurz darauf kamen Polizeibeamte und nehmen die SA-Männer Gronover, Gerding und Köhne mit. Ich kann mich allerdings nicht mehr genau entsinnen, ob es der SA-Mann Gerding oder Gernemann war, der von den Polizeibeamten verhaftet wurde bzw. festgenommen wurde. Ich habe mich dann noch eine Weile im Lokal aufgehalten und bin mit dem SA-Mann Franzeck nach Hause gegangen. Bei der Mißhandlung der Reichsbannerleute Wilhelm Brücher und Anton Hörbelt aus Dülmen, die im März 1933 im Park des Herzogs von Croy vor sich ging, war ich nicht zugegen. Ich habe nur davon gehört.11

Politische Reaktionen

Aufgrund der letzten Ruhestörungen und insbesondere des blutigen Zusammenstoßes befassten sich die Christlichen Gewerkschaften am Montagabend (25. Juli 1932) auf einer Sondersitzung des Ortskartells mit der örtlichen Lage.

Der Kartellvorsitzende Espeter gab dem Abscheu der christlichen Arbeiterschaft Ausdruck. Er gedachte des erschossenen Arbeiters Wilhelm Ricker, der zwar im anderen Lager gestanden habe, aber doch im Kampf für die Rechte der Arbeiterschaft gefallen sei. Zu seinen Ehren erhob sich die Versammlung von ihren Plätzen.

Nach einer längeren Aussprache, in der verschiedene Einzelheiten zur Erörterung gelangten, wurde ein Aufruf an die christlichen Arbeiter verfasst:

In den letzten Tagen ist unsere Heimatstadt der Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen gewesen. Ein junges Menschenleben ist dem politischen Terror zum Opfer gefallen.

Wir stellen mit Genugtuung fest, dass die christliche Arbeiterschaft an der Austragung des politischen Meinungskampfes mit Messer und Revolver nicht beteiligt war.

Wir fordern heute:

  1. Vergrößerung der Plakattafeln und Verteilung der Felder zum Kleben an die interessierten Parteien.

  2. Unnachsichtiges Vorgehen gegen jene, die diesen politischen Meuchelmord auf dem Gewissen haben.

  3. Freihaltung von ortsfremden radikalen Elementen. Dülmen den Dülmenern!

  4. Scharfe und regelmäßige Beobachtung des sogen. „Braunen Hauses“ an der Borkenerstraße, zumal die Sitzungen sich dort nicht selten unter großem Lärm bis in die Morgenstunden erstrecken, also die Polizeistunde nicht eingehalten wird und die Anwohner in ihrer Ruhe gestört werden.

Der Arbeiterschaft aus den anderen Lagern aber rufen wir zu. Lasst ab vom Bruderkampf!

Kollegen! Die Zeiten sind außerordentlich ernst. Die Ereignisse überstürzen sich förmlich. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Marxismus richten sich die Maßnahmen der Regierung Schleicher-Papen ganz unverkennbar gegen die Arbeiterschaft in ihrer Gesamtheit. Wir fordern Euch auf, höchste Disziplin und Besonnenheit zu wahren und Euch durch keine Parolen radikaler Kreise verwirren zu lassen. Die politischen Vorgänge werden von unserem Beauftragten in Berlin mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Folgt nur den Weisungen Euer Führer!

Alle Kräfte sind jetzt auf den Entscheidungskampf am 31. Juli [Anm.: Tag der Reichstagswahl] zu konzentrieren. Dieser Tag muss eine Abrechnung des deutschen Volkes mit den demagogischen und radikalen Volksverführern werden.

Wir rufen Euch auf, tretet ein für den christlichen nationalen und sozialen Volksstaat und wendet Euch gegen jede Parteidiktatur und Entrechtung der Arbeiterschaft!

Für Wahrheit, Recht und Freiheit!

Frei Volk!12

Der Redakteur und Schriftleiter der Dülmener Zeitung Wilhelm Blank schrieb unter dem 26. Juli 1932:

Seinen tragischen Tod bedauern nicht nur die Angehörigen und Anhänger, sondern alle Bürger ohne Rücksicht auf die politische Einstellung, die es gut mit dem Vaterlande und der Heimatstadt meinen.13

Tage zuvor hatte Blank gemahnt:

Die Verstöße der letzten Tage haben erneut bewiesen, dass die Polizeikräfte in Dülmen nicht ausreichend sind, um ihre Aufgabe im Sinn der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung restlos zu erfüllen. Wir stehen mit dieser Ansicht sicherlich im Gegensatz zu verschiedenen Stadtverordneten, die, wie man sich erinnert, die Polizeikräfte vor wenigen Jahren noch weiter vermindert wissen wollten. Auch sei daran erinnert, dass im Amte vor einem Jahre ein Polizeibeamter pensioniert wurde, ohne dass die Stelle mit Rücksicht auf die finanzielle Belastung wiederbesetzt werden konnte. Diesem Mangel an Polizeikräften im Dülmener Gebiete haben sich die zuständigen Stellen nicht verschlossen. So hat eine Besprechung zwischen Stadtverwaltung und Landrat ergeben, dass sofort vier weitere Landjägerbeamte in Dülmen stationiert werden.

Die auffallende Dunkelheit der Straßen in Dülmen trägt auch in politischer Hinsicht viel zu der herrschenden Unsicherheit bei. Da die Straßenbeleuchtung für die Stadt effektiv keinen allzuhohen Ausgabenposten bedeutet, würden wir bitten, dass von zuständiger Stelle die Möglichkeit erwogen würde, ob nicht zweckmäßig während der nächsten 8 Tage auch während der Nachtstunden sämtliche Laternen so hell wie möglich eingeschaltet werden könnten.

Auf diese Weise ließe sich manchem Zusammenstoß vorbeugen, da man bei Ansammlungen schneller ein klares Bild bekommt und ein Verschwinden in der Dunkelheit oder ein Überfall in dunklen Straßen nicht mehr so leicht möglich ist. Wir wünschen dringend, dass die Stadt in dieser Richtung im Interesse der Sicherheit der Bürgerschaft helfen würde.14

Unterdessen meldeten sich die Dülmener Kommunisten in der Auseinandersetzung um den Tod Rickers mit einem Flugblatt zu Wort:

Nazi-Mord durchrast Dülmen!

Seit längerer Zeit ist es den revolutionären Arbeitern und einzelnen Reichsbanner-Kameraden bekannt, dass die Nationalsozialisten, die Notverordnungspolizei blutige Überfälle in Dülmen auf revolutionäre Arbeiter und Reichsbanner-Kameraden geplant hatten.

Sie hatten ihr blutiges Handwerk begonnen. Der Reichsbanner-Kamerad Willi Recker15 liegt, aus dem Hinterhalt feige erschossen, auf der Totenbahre.

Arbeiter Dülmens!

Ganz gleich, ob Ihr im christlichen Lager, im Sozialdemokratischen oder kommunistischen steht, wollt Ihr diesen blutigen Mordterror über Euch ergehen lassen? Jetzt war es Willi Recker! Morgen kann es ein anderer Arbeiter oder Arbeiterfrau oder gar dessen Kinder sein!

Ungestraft laufen die Mörder dieser System-Partei umher. Die Klassenjustiz, die kommunistische, sozialdemokratische und christliche Arbeiter zu langen Zuchthausstrafen bei geringsten Anlässen verurteilt, wird keinen Finger rühren, um diese blutbesudelten Mörderhände in Fesseln zu legen.

Arbeiter, Bauern und Mittelständler!

Männer und Frauen!

Legt den Mördern in brauner Uniform, geschmückt mit dem Hakenkreuz, das Mörderhandwerk! Vertaut nicht auf die Polizei und auf die Justiz! Helft Euch selbst, sonst werdet Ihr, die Ihr nicht gewillt seid, schweigend verhungern, von den System-Armisten, von den „Papen-Kreuzlern“, erschlagen.

Bildet in ganz Dülmen Massenselbstschutz-Formationen!

Schmiedet die kämpfende Einheitsfront! Hinein in die antifaschistische Aktion! Kampf gegen die Papen-Regierung, gegen die Durchführung der Notverordnung! Verteidigt Eure Wohnungen! Nicht zurückweichen vor den Angriffen der Kapitalisten! Nicht zurückweichen, wie Severing, Grzesinski, Heimannsberg und alle anderen abgesetzten Staatsbeamten, die in den letzten Tagen von der Pappen-Regierung beseitigt wurden.

Dieses feige Zurückweichen ermutigt die Reaktion zu noch schärferem Vorgehen gegen die Arbeiter-Klasse.

Rüstet zum politischen Massenstreik!

Gegen die Reichen, für die Armen! Gegen Arbeiterverrat und Hindenburg-Politik! Für die rote Einheintsfront mit der S.P.D. — und allen anderen Arbeitern! Gegen kapitalistische Ausbeutung und Knechtschaft.

Für Arbeit, Brot und Freiheit!

Gegen imperialistische Kriegsgefahr! Gegen Tributssklaverei!

Für die nationale und soziale Befreiung!

Gegen die Regierung der Industriellen, Junker und Generäle!

Für die Arbeiter- und Bauern- Regierung!

Gegen den Faschismus! Für den Sozialismus!

Die antifaschistische Aktion, Dülmen!16

Mitgliedskarte des Kampfbundes gegen den Faschismus von Bernhard Ricker.17

Beerdigung

Die Bestattung sollte am Donnerstag, dem 28. Juli, um 8.15 Uhr vom Trauerhause am Westring 28 und um 8.30 Uhr von der Kreuzkapelle aus stattfinden. Gleich darauf im Anschluss war das feierliche Seelenamt in der Pfarrkirche anberaumt.

In einem Nachruf, der gemeinsam von dem Kampfausschuss der Eisernen Front und den Kameradschaften des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in der Dülmener Zeitung aufgegeben worden war, heißt es:

Wir bitten alle Bürger Dülmens um zahlreiche Beteiligung.18

Der große Leichenzug bewegte sich durch die Straßen der Stadt zum Neuen Friedhof. Voran marschierten mit Musik ca. 500 Uniformierte in diszipliniertem Zuge mit zahlreichen Fahnen- und Kranzabordnungen. Es handelte sich um Angehörige des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der sozialistischen Kampforganisation Eiserne Front, deren Mitglieder das neue Abzeichen, die drei Pfeile, führten.

Unter den zahlreichen folgenden Leidtragenden sah man neben den dem Toten nahestehenden Organisationen wie Freie Gewerkschaften und Vertreter der ganzen Arbeiterschaft u.a. auch die Dülmener Kommunisten und der Christlichen Arbeiterschaft mit Stadtverordneten des Arbeiterzentrums. So erwies die ganze Arbeiterbevölkerung jeder Richtung ihrem Standeskollegen die letzte Ehre.

Der Redakteur der Lokalzeitung brachte anlässlich der Beerdigung folgenden Wunsch zum Ausdruck: Hoffen wir, dass der politische Widerstreit der Meinungen sich in Zukunft in Dülmen im Rahmen abspielt, die Dülmen den traurigen Ruhm ersparen, eine Stadt der Unruhen und Revolten zu sein. Möge so der tote Ricker der letzte gewesen sein, der dem widersinnigen Bruderkampfe zum Opfer fiel!19

Die Polizei war aus Anlass der Beerdigung des erschossenen Reichsbannermanns in verstärkter Alarmbereitschaft. Der Tag der Beerdigung ist ruhig verlaufen, auch wenn manchmal „dicke Luft“ herrschte. Die Nationalsozialisten zeigten sich am Vormittag nicht. Dagegen waren auswärtige Kommunisten nach Dülmen gekommen, um an der Beerdigung mit Kränzen und KPD-Abzeichen teilzunehmen. Dieses wurde ihnen aber von den zuständigen Reichsbannerführern untersagt.

Eine zur Demonstration durch die Stadt ziehende kommunistische Fahrradkolonne wurde von der Polizei unter Androhung von Gewalt aufgelöst. Unter dem Eindruck der Ereignisse demonstrierten Leute der Eisernen Front vor dem "Braunen Haus" und nahmen dort eine drohende Haltung ein. Schon vor dem Eintreffen der alarmierten Polizei ist es den Führern gelungen, Disziplin zu halten und drohende Tätlichkeiten zu vermeiden.20

Die Totenruhe Rickers blieb nicht lange ungestört. Am Freitag, einen Tag nach der Beerdigung, waren auf dem Grab des erschossenen Reichsbannermannes Zerstörungen angerichtet worden. Vor allem wurden verschiedene Kranzschleifen demoliert oder abgerissen.21

Prozess gegen Pläster

In der zweiten Sitzung des Sondergerichtes in Münster am 30. August 1932 wurde das Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, der Bauarbeiter Aloys Pläster, verurteilt. Der gerichtliche Sachverständige Dr. Homering aus Münster hatte den Angeklagten untersucht. Er verneinte das Vorliegen eines pathologischen Rauschzustandes und vor allem billigte er ihm nicht den § 51 StGB zu. Zuvor hatte der Angeklagte gegenüber dem Richter noch erklärt, das er am Tattag reichlich Alkohol genossen hätte, da er einer Brennerei einen Gefälligkeitsdienst erwiesen hätte.

Der Staatsanwalt beantragte gegen das Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit Vergehen gegen die Bestimmungen über das Schusswaffengesetz zu 2 Jahren und 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft.22

Im Januar 1932 hatten der Bürgermeister der Stadt Dülmen, der Ehrenbürgermeister des Amtes Dülmen und der Bürgermeister des Amtes Buldern als Ortspolizeibehörden die Anordnung des Regierungspräsidenten in Münster veröffentlicht, dass auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 8. Dezember 1931 Schußwaffen und Munition bis zum 20. Januar 1932 bei den Ortspolizeibehörden anzumelden seien. Bei der Anmeldung von Schußwaffen waren die Fabrikmarke, die Fabriknummer und das Kaliber, bei der Anmeldung von Munition die Stückzahl und das Kaliber anzugeben. Anmeldepflichtig war der Eigentümer oder der Besitzer von Schußwaffen oder Munition. Als Besitzer galt der Inhaber der Verfügungsgewalt. Der Anmeldepflicht unterlagen auch die Schußwaffen und Munition, für die ein Waffenschein, Waffen- oder Munitionserwerbsschein, eine Waffen- oder Munitionslager-Genehmigung oder ein Jagdschein ausgestellt worden waren.

Von der Anmeldepflicht waren, abgesehen von den Angehörigen der Wehrmacht, der Polizei, der Zollfahndungsbehörden und Beamten und Angestellten, denen von der zuständigen Reichs- und Landesbehörde das Recht zum Führen von Waffen verliehen worden war oder auf Grund gesetztlicher Vorschriften zustand, die Gewerbetreibenden befreit, denen die Genehmigung zur Herstellung von Schußwaffen und Munition oder zum Handeln mit dieser erteilt war. Ortspolizeibehörde war die Polizeibehörde (Polizeiamt, Polizeirevier) des Wohnortes. Vorsätzliche Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung des Regierungspräsidenten sollten mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, fahrlässige Verstöße mit Geldstrafe geahndet werden. Neben der Strafe konnten die Gegenstände eingezogen werden. Die Polizei sollte mit aller Strenge die Durchführung der erlassenen Bestimmungen überwachen.23

Ob gegen die drei Dülmener Nationalsozialisten, die Wilhelm Ricker erschossen haben, jemals Anklage erhoben worden ist, lässt sich nicht ermitteln.

Politischer Meinungskampf

Die Gemüter sind in Dülmen über die letzten polizeilichen Auseinandersetzungen sehr erhitzt. Das geht insbesondere aus den Darstellungen der Dinge in den Zeitungen der verschiedenen Richtungen hervor.

So Wilhelm Blank, der Redakteur der Dülmener Zeitung, der dazu weiter bemerkte:

Während der „Volkswille“ von einem „Sturmangriff auf die Wohnung eines Reichsbannerführers“ spricht, behauptet die „Nationalzeitung“, der „Reichsbannermann sei von seinen eigenen Leuten erschossen“ worden. Es ist dabei nur sonderbar, dass sie, wenn sie so genau orientiert ist, zur Entlastung ihrer unter dringendem Tatverdacht verhafteten Parteigenossen nicht die eigenen Leute des Reichsbanners, die als Täter in Frage kommen, mit Namen nennt. Sie bleiben also leider den Beweis schuldig. Die Nazis behaupten ferner, es herrsche ein unbeschreiblicher Terror, unterstützt von den einseitigen Berichten der örtlichen Zentrumspresse.

Dieser Vorwurf ist unwahr, da wir uns strikt an die vorliegenden Polizeiberichte gehalten haben, schon deswegen, weil die Informationen von Reichsbanner und SA zu widersprüchlich sind, sodass mit dem besten Willen kein objektives Bild zu bekommen ist. Über diese mysteriöse Schießerei herrscht auch heute noch völliges Dunkel, das sich wohl kaum restlos lichten wird. Wenn nicht die SA den Reichsbannermann, ihrer eigenen Behauptung entsprechend, zeugenfähig mit Namen benennt, der seinen eigenen Kameraden erschossen haben soll.

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhange noch ein anderer Vorfall. Als wir uns — um einen möglichst genauen Überblick über die Vorgänge im Interesse unserer Leser gewinnen zu können — im Zusammenhange mit dem Vorgehen der Eisernen Front gegen das „Braune Haus“ auch auf der SA-Seite erkundigten, fragten wir einen Nationalsozialisten, der die Vorgänge schilderte: „Ja, weshalb stellen Sie denn keine Strafanzeige?“ worauf die Antwort folgte: „Ach, wegen der paar Tage lohnt sich das ja nicht!“ Mögen die Wähler heute doch der Brüningliste Nummer 4 ihre Stimme geben, damit der hoffnungslose Hakenkreuzler „über die paar Tage“ recht alt werden kann.

Wir wollen die Rechte, um das auch hier einmal festzustellen, nicht unbedingt ausgeschlossen wissen von der Macht und der Verantwortung, aber was wir nicht wollen, das ist die einseitige alleinige Diktatur einer Partei.24

Am 31. Juli 1932 fand dann die Reichstagswahl statt.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Als Reaktion auf republikfeindliche Gewalttaten und Aufstandsversuche aus dem rechten und linken politischen Spektrum gründete sich auf Initiative der SPD (Sozialdemokratischen Partei Deutschlands) am 22. Februar 1924 in Magdeburg das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold zum Schutz der parlamentarischen Demokratie.

Neben der SPD wurde es von dem katholischen Zentrum und der DDP (Deutschen Demokratischen Partei) sowie von den Gewerkschaften getragen. Seine Hauptaufgabe erkannte das Reichsbanner in der Verteidigung der Weimarer Republik gegen deren rechts- und links extremistischen Feinde. Als satzungsgemäß überparteilicher Bund republikanisch gesinnter Kriegsteilnehmer entwickelte sich das Reichsbanner zu einer der größten Massenorganisationen der Weimarer Republik. 1932 gehörten ihm mehr als drei Millionen Mitglieder an, darunter namhafte Politiker wie Hugo Preuß, Joseph Wirth, Otto Wels, Julius Leber oder Kurt Schumacher.

Nach dem Wahlerfolg der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) bei der Septemberwahl von 1930 versuchte das Reichsbanner dem verstärkt einsetzenden Straßenterror der SA (Sturmabteilung) durch die Bildung militärisch organisierter Formationen entgegenzutreten. Bis in den Februar 1933 hinein sollten diesem Kampf 47 Reichsbannerleute zum Opfer fallen.

Mit der Anwendung des Führerprinzips in der inneren Organisation und der Pflege des Wehrsports näherte sich das Reichsbanner dabei jedoch in Form und Inhalt der rechten Konkurrenzorganisation der SA zunehmend an. 1931/32 vereinigte sich das Reichsbanner mit den im ADGB (Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund) organisierten Freien Gewerkschaften und anderen Verbänden zur Eisernen Front. Ihr Emblem mit den charakterischen drei Pfeilen stammt von dem Exilrussen Sergej Tschanotin (1883 – 1973) und symbolisiert die wichtigsten Gegner der Eisernen Front: Die „Adelskamarilla“, die Nationalsozialisten und die Kommunisten.

Doch trotz ihrer zahlreichen Mitglieder konnte die Eiserne Front an der politischen Kräftekonstellation nur wenig ändern. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die ehemaligen Funktionäre und Mitglieder des Reichsbanners systematisch verfolgt.25

Eiserne Front

Aufgeschreckt durch den Zusammenschluss der NSDAP, der DNVP (Deutschnationalen Volkspartei) und des Stahlhelm zur Harzburger Front im Oktober 1931 initiierte das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold die Gründung einer schlagkräftigen republikanischen Organisation. Ende Dezember 1931 vereinigte sich das Reichbanner mit dem ADGB, der SPD und anderen Verbänden zur Eisernen Front. Die politische Führung lag bei der SPD. Dem Reichsbanner fiel die wehrtechnische Leitung zu, die angesichts zunehmender politischer Gewaltakte zwischen nationalsozialistischer SA und kommunistischem Rote Frontkämpferbund von zentraler Bedeutung war. Zu keiner Zeit gelang es der Eisernen Front jedoch, eine feste Organisationsform zu entwickeln.

Trotz zahlreicher öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen und Massenaufmärsche konnte die Eiserne Front ihr Ziel, die Weimarer Republik und die Demokratie zu verteidigen, nie verwirklichen. Mit dem Verbot des Reichsbanners und der Gewerkschaften nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kam auch das Ende der Eisernen Front.26

Zusammenfassung

In der Festschrift der SPD zur Jubiläumsfeier am 3. April 1955 wird behauptet, Willi Ricker wurde als "Reichsbannerleiter" erschossen.27 Diese Angabe wird auch in der Chronik aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des Dülmener Ortsvereins ohne Angabe von Quellen übernommen.28

Nach meinen Recherchen muss diese Angabe überarbeitet werden. In den Nachrufen, auch dem des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und des Kampfausschusses der Eisernen Front, wird immer nur von dem „Mitglied“ Wilhelm Ricker gesprochen. Es gibt keine Belege dafür, dass er der Leiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Dülmen war.

Auf Antrag der SPD-Fraktion beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit Beschluss vom 17. Februar 1983, das Gedenken an Willi Ricker durch die Benennung eines Wegs in der Innenstadt zu ehren.29

1. Dülmener Zeitung vom 15. Juni 1932; ebd., vom 31. August 1932.

2. Dülmener Zeitung vom 23. Juli 1932.

3. Der Volkswille, Münster i.W. vom 25. Juli 1932; Dülmener Zeitung vom 24. Juli 1932.

4. Stadtarchiv Dülmen, Stadt Dülmen, Personenstandsbücher 1907 – 1939, Bd. 13, Westring 28.

5. Dülmener Zeitung vom 26. Juli 1932: Nachruf des Brieftauben Zuchtvereins-Reiselust; ebd., vom 27. Juli 1932: Nachruf des Kaninchen Zuchtvereins.

6. Dülmener Zeitung vom 24. Juli 1932; ebd. vom 26. Juli 1932.

7. Dülmener Zeitung vom 26. Juli 1932.

8. Der Volkswille, Münster i.W. vom 25. Juli 1932.

9. Wilhelm Brücher, geb. 24. 11. 1899 in Medebach, wohnhaft in Dülmen, Osthover Weg 15a, war auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht vom 15. 4. 1945 bis zum 1. 2. 1946 Leiter der Polizeistation in Dülmen. In der Zeit vom 1. 2. 1946 bis zum 30. 9. 1946 war er Hauptgemeindebeamter in Dülmen mit der Dienstbezeichnung Bürgermeister bzw. Stadtdirektor durch Bestellung seitens der britischen Besatzungsmacht. In dieser Eigenschaft war er auch Vorsitzender des Vorstandes der Stadtsparkasse Dülmen. Wegen seiner Mitgliedschaften in der SPD und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war Brücher wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ durch den IV. Strafsenat des Oberlandesgerichtes in Hamm am 17. 10. 1936 verurteilt worden. Brücher war der technische Leiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Dülmen. Über den von der SPD-Fraktion 1988 gestellten Antrag auf Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Dülmen wurde kein Beschluss gefasst (Stadtarchiv Dülmen, S. 732: Interview von Günter W. Peters mit Willi Brücher am 19. 4. 1988; ebd., Stadt Dülmen, HA 37 — Protokoll des Hauptausschusses vom 8. 9. 1988, S. 14f.).

10. Stadtarchiv Dülmen, S. 828.

11. Ebd.

12. Dülmener Zeitung vom 27. Juli 1932.

13. Dülmener Zeitung vom 26. Juli 1932.

14. Dülmener Zeitung vom 24. Juli 1932

15. In dem Flugblatt der Antifaschistischen Aktion Dülmen, wird der Name Ricker immer „Recker“ geschrieben.

16. Stadtarchiv Dülmen, Sammelordner zu Straßenbenennungen (Willi Ricker): Kopie des Flugblatts.

17. Dülmener Zeitung vom 28. Juli 1932.

18. Dülmener Zeitung vom 26. Juli 1932.

19. Dülmener Zeitung vom 29. Juli 1932.

20. Dülmener Zeitung vom 29. Juli 1932.

21. Dülmener Zeitung vom 31. Juli 1932.

22. Dülmener Zeitung vom 31. August 1932.

23. Dülmener Zeitung vom 13. Januar 1932.

24. Dülmener Zeitung vom 31. Juli 1932. Hervorhebung im Original.

25. Enzyklopädie des Nationalsozialismus, hg. von Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß, 3., korr. Auflage, Stuttgart 1998, S. 2281; http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/gewalt/reichsbanner.

26. Enzyklopädie des Nationalsozialismus, wie Anm. 25, S. 1279; http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/innenpolitik/eisernefront/index.html.

27. Stadtarchiv Dülmen, S. 148: 50 Jahre SPD in Dülmen. Zur Jubiläumsfeier am 3. April 1955, hg. von der SPD-Ortsgruppe Dülmen, [Dülmen 1955], S. [7].

28. Stadtarchiv Dülmen, S. 546: Chronik 1905 – 1995. 90 Jahre Sozialdemokratische Partei — Ortsverein Dülmen, hg. vom Ortsverein der SPD Dülmen, [Dülmen 1995], S. 22.

29. Stadtarchiv Dülmen, Stadt Dülmen, RP 39 — Protokolle der Stadtverordnetenversammlung, Sitzung vom 17. 2. 1983.

Copyright © Heimatverein Dülmen e. V.. Alle Rechte vorbehalten.

Die Verwendung der Beiträge ist nur zum persönlichen Bedarf gestattet.