Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 1, 2005

Richard Wewering

Fanfarenzug 1978 Buldern e. V. - Kurzchronik zum 25-jährigen Jubiläum

Die Gründung des Fanfarenzuges ist eng mit dem Bau des Spiekers verbunden. Beim Aufbau des Spiekers reifte, ausgehend von Bernhard Leiermann, die Idee, in Buldern einen Fanfarenzug zu gründen. Zunächst war geplant, den Fanfarenzug als eine Abteilung in den Spielmannszug zu integrieren. Diese Idee wurde allerdings schnell wieder verworfen, als man merkte, dass bei öffentlichen Förderungen erhebliche Nachteile entstehen würden. Aufgrund dieser ersten konkreten Überlegungen rief man dann am 13. September 1978 zur Gründungsversammlung in die Sportlerklause Klaas auf.

Der erste gewählte Vorstand bestand aus folgenden Personen:

1. Vorsitzender Bernhard Leiermann
2. Vorsitzender Josef Reckmann
Geschäftsführer Klaus Kullick
Kassierer Hans Streitenberger
Beisitzer Hans Hegemann
Kassenprüfer Reinhold David
Kassenprüfer Wilfried Große Büning

Als erster Ausbilder konnte Helmut Specht aus Lüdinghausen gewonnen werden, der bereits den Fanfarenzug Ottmarsbocholt ausbildete. Den Kontakt stellte die Familie Schimmel her, die in Ottmarsbocholt aktiv im Fanfarenzug mitwirkte.

Die ersten Übungsstunden wurden also bereits im Oktober 1978 durchgeführt. 50 bis 60 Kinder und Jugendliche hatten sich gemeldet, um im neu gegründeten Fanfarenzug zu musizieren. Zunächst wurde auf geliehenen Instrumenten geübt. Bald darauf konnten die ersten gebrauchten Instrumente angeschafft werden. Ganz besonders in dieser Anfangsphase, aber auch später, sorgte Bernhard Leiermann durch seine unnachahmliche Art für Spendengelder aus der Bulderner Bevölkerung und für Zuschüsse der Stadt Dülmen.

Der erste öffentliche Auftritt fand in der Sportwoche des Sportvereins DJK Adler Buldern am 3. Juni 1979 statt. Praktisch die Generalprobe für das Schützenfest, das am 9. Juni 1979 folgte und an dem der Fanfarenzug ebenfalls schon teilnehmen konnte. Am 4. Dezember 1979 fand im Vereinslokal unsere erste Nikolausfeier statt. Im Februar 1980 beteiligte sich der Fanfarenzug Buldern bereits am Karnevalsumzug in Ahlen. Den Kontakt hatte Reinhold David geknüpft. Bis einschließlich 1990 nahmen wir in jedem Jahr an dem Narrentreffen in Ahlen teil. Der erste Wettstreit fand am 18. Mai 1980 in Dülmen statt. In der Jugendklasse konnte ein dritter Platz belegt werden. Es sollte bis heute noch eine große Zahl folgen.

Probe des Fanfarenzugs
Probe des Fanfarenzugs unter der Leitung von Bernhard Pällmann (1992)

Ende 1980 vollzog sich ein Wechsel in der Ausbildung. Helmut Specht konnte leider aus gesundheitlichen Gründen die Tätigkeit nicht mehr ausüben. Sein Nachfolger wurde Siegfried Kirchner aus Dülmen. Er unterrichtete bereits an der Musikschule in Dülmen und war deshalb natürlich besonders geeignet für diese Aufgabe.

Bei der Mitgliederversammlung 1981 hatte der Verein bereits 189 passive und aktive Mitglieder. Am 28. Juli 1981 konnte die Anerkennung als jugendfördernder Verein verkündet werden. Die Eintragung im Vereinsregister als e. V. erfolgte unter der Vereinsnummer 175.

1981 wurde die Kirche St. Pankratius 75 Jahre alt. Das Pfarrfest wurde auch vom Fanfarenzug musikalisch begleitet. Ein Ausflug zum Safaripark nach Stukenbrock rundete das Vereinsjahr 1981 ab, in dem natürlich auch verschiedene Auftritte auf Musikfesten und Wettstreiten stattfanden.

Im Jahr 1983 fand unsere erste längere Freizeitveranstaltung statt. Ein Zeltlager bei der Familie Große Büning in Flaesheim. Dieses Zeltlager hat allen Beteiligten wohl so viel Spaß bereitet, dass es eine feste Einrichtung im Terminplan des Fanfarenzuges geworden ist. Insbesondere die Kleinen aus den Blockflöten- und Trommelgruppen warten bereits beim Eintritt auf den Termin für das Zeltlager. Ein Spielmann, der sich für die Zeltlager sehr verdient gemacht hat, ist Wilfried Riegel.

Im Sommer 1983 war wieder ein Wechsel in der Ausbildung nötig. Es gibt im normalen Leben wie auch im Vereinsleben einige Momente, in denen man einfach Glück hat. Die Verpflichtung von Jürgen F. Knebel war so ein Glücksmoment. Unser Jürgen verstand es die Naturtonmusik so spannend zu machen, dass sich unser Verein nun ganz dieser Musikrichtung verschworen hatte. Ich möchte sogar noch ein wenig weitergehen — die Mischung aus Jürgen F. Knebel, dem Perfektionisten mit militärischem Einschlag und dem musikalischen Talent eines Andreas Schlüter hat der Fanfarenzug einen Großteil seiner Erfolge zu verdanken. Damit möchte ich keinesfalls die Arbeit aller anderen Ausbilder oder Spielleute schmälern, aber wie gesagt, es gibt Tage an denen man Glück hat.

Freundschaftstreffen in Dortmund-Dorstfeld
Freundschaftstreffen in Dortmund-Dorstfeld (1992)

Im September 1983 konnten wir bereits das 5-jährige Vereinsjubiläum feiern. Im Jahr 1984 ging es weiter von Veranstaltung zu Veranstaltung. Ein Übungswochenende in Hattingen wurde im Februar 1984 durchgeführt.

Um die Vereinskasse ein wenig aufzubessern, plante man im Herbst, wie bereits in den Jahren zuvor, ein Preiskegeln auf der Kegelbahn in der Bahnhofsgaststätte. Leider wurde die Kegelbahn kurzfristig vom Ordnungsamt geschlossen. Da keine Möglichkeit bestand, auf eine andere Kegelbahn auszuweichen, wurde kurzerhand umdisponiert und eine Verlosung durchgeführt. Der Erfolg gab uns recht und so ist auch diese Veranstaltung in unseren jährlichen Terminkalender eingeflossen.

Langsam keimte der Gedanke auf, nicht nur an normalen Wettstreiten teilzunehmen, sondern auch die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft ins Auge zu fassen. Im Mai 1985 war es dann soweit. Die Deutsche Jugendmeisterschaft fand in Mannheim statt. Mit den Musikstücken: „Heldenfanfare“, „Nippermarsch“ und „Der Günstling“ schafften wir wirklich, was niemand zu hoffen gewagt hatte, — der Fanfarenzug Buldern errang den Titel eines Deutschen Jugendmeisters. Die Herbergseltern der Jugendherberge in Worms, wo wir übernachteten, waren davon ebenfalls so angetan, dass wir vom Küchendienst befreit wurden und für die Älteren wurde der Zapfenstreich aufgehoben. In Buldern breitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer aus. Pastor Rohlmann verkündete in den Messen von der Kanzel den unfassbaren Erfolg. — Der Empfang war überwältigend. — Im August wurde dieser Erfolg mit einer Meisterschaftsfeier gewürdigt.

Aber es gab auch nicht ganz so erfreuliche Ereignisse im Jahr 1985. Unser Ausbilder Jürgen F. Knebel wurde nach Hannover versetzt und konnte so natürlich nicht mehr unsere wöchentlichen Proben leiten. Er sorgte allerdings selber für seinen Nachfolger. Bernhard Pällmann war ihm als hervorragender Trompeter bei der Bundeswehr aufgefallen. Unter seiner Leitung wurde bald darauf ein 1. Platz bei der Landesseniorenmeisterschaft in Oeding erreicht. Dieses Ergebnis berechtigte uns zur Teilnahme an der Deutschen Seniorenmeisterschaft in Mühlhausen.

Für seine Verdienste um den Fanfarenzug erhielt Bernhard Leiermann am 19. September 1985 die Kulturplakette der Stadt Dülmen. Die Karnevalsumzüge in Seppenrade und Ahlen gehören schon zu den Stammauftritten. In diesem Jahr kam auch noch der so genannte ZIBOMO, für nicht Eingeweihte: der Ziegenbockmontag, in Wolbeck dazu.

Am 17. Mai 1986 war es dann endlich soweit. Die Mitglieder traten die Fahrt zur Deutschen Seniorenmeisterschaft mit gemischten Gefühlen an. Übernachtet wurde wieder in einer Jugendherberge — diesmal in Heidelberg. Die Probenarbeit hatte sich auch diesmal wieder gelohnt, sodass wir mit dem Titel eines Deutschen Meisters im Gepäck die Heimreise nach Buldern antreten konnten. Wie fast immer begleitete der Spielmannszug Buldern die erfolgreichen Heimkehrer musikalisch vom Ortseingang bis zum Spieker.

Ein weiterer Höhepunkt 1986 war sicher der Auftritt in der Halle Münsterland anlässlich der Veranstaltung „Lustige Musikanten“. Zu den Teilnehmern gehörten u.a. Maria und Margot Hellwig, Heino, Tony Marshall und — nicht zu Letzt — der Fanfarenzug Buldern.

Im Jahr 1987 stand eine Deutsche Jugendmeisterschaft an. Die Musikstücke, die in wochenlanger Kleinarbeit einstudiert wurden, hießen: „Nippermarsch“, „Heldenfanfare“ und erstmals „James Ideas“. Austragungsort war Kamp-Lintfort. Der Jugendmeistertitel konnte erfolgreich verteidigt werden. Im Herbst 1987 — nach Absolvierung zahlreicher Auftritte — kam eine neue Herausforderung auf uns zu. Die Landesmeisterschaft der Senioren in Pohlhausen. Trotz starker Konkurrenz setzte sich der Fanfarenzug Buldern erneut durch und erlangte die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 1988, die in Dülmen stattfand.

Aber damit nicht genug. Im November konnten wir beim Laienorchesterwettbewerb in Krefeld die erste Leistungsstufe erreichen und durften deshalb am Deutschen Laienorchesterwettbewerb 1988 in Berlin teilnehmen. Ein hervorragender 2. Rang und ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmer entlohnten alle für die Vorbereitung. Auf diesem musikalischen Niveau behauptete sich der Fanfarenzug 1988, indem wieder die, diesmal in Dülmen ausgerichtete Deutsche Seniorenmeisterschaft errungen wurde. Die Stücke „James Ideas“ und „Burgmusik-Suite“ führten uns in diesem Jahr zum Erfolg. Zum Leidwesen der Spielleute wurde auf Grund der geringen Entfernung keine Übernachtung in einer Jugendherberge benötigt.

Im Vorstand vollzog sich 1989 ein Wechsel. Aus gesundheitlichen Gründen musste Bernhard Leiermann leider das Amt des 1. Vorsitzenden abgeben. Eine Ära ging zu Ende. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem höchsten Amt des Fanfarenzuges Buldern stand er uns noch mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Mitgliederversammlung wurde Bernhard gebührend verabschiedet und von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Anschließend wählte die Versammlung Richard Wewering zum neuen 1.Vorsitzenden.

Im gleichen Jahr konnte Buldern auf 1100 Jahre Ortsgeschichte zurückblicken. Eine Festwoche wurde veranstaltet, wie Buldern sie noch nicht erlebt hatte. Selbstverständlich beteiligte sich der Fanfarenzug daran. Wochen vorher bauten die Mitglieder an einem eigenen Festwagen auf Kortmanns Hof im Hangenau. Einige Kostüme beschafften wir von einem Kostümverleih, damit auch das Outfit für den großen Umzug stimmte. Wer in dieser Festwoche zu Hause hockte, war entweder krank, alt und gebrechlich — oder ihm war nicht zu helfen.

Auftritt des Fanfarenzuges Buldern in Dülmen
Auftritt des Fanfarenzuges Buldern in Dülmen

Turnusgemäß stand 1990 wieder eine Deutsche Meisterschaft im Kalender, die diesmal im hohen Norden, in Elmshorn, stattfand. Als Musikstücke standen uns „Royal-Occasion“ und die „Burgmusik-Suite“ auf dem Probenzettel. Eine gute Leistung bescherte uns den Titel des Vizemeisters — um eine Nasenlänge geschlagen von den Spielleuten aus Langendernbach. Auch unser Ehrenvorsitzender Bernhard Leiermann war mitgefahren. Sein Ausspruch nach Bekanntgabe der Sieger: „Schiet Langendernbach und Schiet Pappbecher!“ Der zweite Teil seines Ausspruchs bezog sich auf die Behälter, aus denen wir das Bier trinken mussten, denn es gab leider keine Gläser. Wer aber glaubt, dass zwischen den Vereinen Langendernbach und Buldern eine Feindschaft herrschte, der irrt gewaltig. Es wurde nicht nur an diesem Tag zusammen gefeiert, sondern bei gegenseitigen Besuchen die Musik und die Vereinsfreundschaft gepflegt.

Das herausragende Ereignis im Jahr 1991 war sicherlich die Landesseniorenmeisterschaft in Hürth. Mit drei weiteren Vereinen gestaltete der Fanfarenzug Buldern zunächst das Festkonzert am Samstag. Die Begrüßungsrede hielt Kultusminister Hans Schwier. Nach der Übernachtung in einer Turnhalle wurde es dann langsam ernst. Die Musikstücke „Royal-Occasion“ und „Hunter-Special“, die von Andreas Schlüter komponiert bzw. arrangiert worden waren, kamen beim Publikum sehr gut an. Aber reichte das auch für die Wertungsrichter? Die dreiköpfige Fachjury, allesamt Hochschulabsolventen mit dem Fachgebiet der jeweiligen Instrumente, bot Gewähr für ein ausgewogenes und objektives Urteil. Das Wertungsgespräch brachte noch wieder einige Ansatzpunkte für die weitere Probenarbeit. Dann die mit Spannung erwartete Siegerehrung. Das Ergebnis für den Fanfarenzug Buldern: 1. Rang mit Auszeichnung und damit verbunden war die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 1992 in Fulda. Ganz nebenbei konnten wir uns zwei Jahre lang „Meisterchor des Landes NRW“ nennen. Erstmals konnte ein zusätzlicher Fan-Bus gechartert werden, der die Blockflötengruppe und die Nachwuchsgruppe nach Hürth brachte, damit die Kleinsten auch schon mal Wettkampfluft schnuppern konnten.

Die Blockflötengruppe wurde bereits einige Zeit sehr intensiv gefördert, damit die Nachwuchsarbeit weiter gedeihen konnte. Den Unterricht führte zunächst Ursula Pällmann, die Schwester des damaligen Ausbilders Bernhard Pällmann, durch. Danach leiteten Sabine Arens, Birgit Thesing und seit 2002 Monika Nacke die Ausbildung der Kleinen. Die Idee, eine Blockflötengruppe für den eigenen Nachwuchs ins Leben zu rufen, wird bis heute schon von vielen Vereinen kopiert.

Das Jahr 1992 stand natürlich wieder ganz im Zeichen der Deutschen Meisterschaft in Fulda. Die Musikstücke, mit denen wir in Hürth den Landesmeistertitel erringen konnten, sollten auch bei der Deutschen Meisterschaft gespielt werden. Das Warten bis zur Siegerehrung war wieder einmal endlos. Aber es lohnte sich — mit dem geringstmöglichen Abstand von 0.1 Punkten gewannen wir vor unseren Mitkonkurrenten aus dem hessischen Langendernbach. Natürlich wurden wir in Buldern wieder gebührend empfangen. Die Überraschung aber war perfekt als uns nicht nur der Spielmannszug Buldern musikalisch durchs Dorf begleitete, sondern auch der Fanfarenzug aus Dortmund-Wickede lauerte bei Weber im Pättchen, um uns zu überraschen. Abends wurde dann im Vereinslokal der Meistersekt aus dem Pokal genossen, bevor im Herbst eine offizielle Meisterschaftsfeier stattfand. Vormittags wirkten wir bei der Einweihung der Mehrzweckhalle in Buldern mit. Seit 1992 gehört auch der Auftritt beim Rosenmontagsumzug in Münster zum festen Repertoire unseres Terminkalenders.

Leider mussten wir auch 1992 wieder eine schlechte Nachricht wegstecken. Getreu dem Motto, „auf dem Höhepunkt angekommen, soll man abdanken“, verließ uns aus beruflichen Gründen unser Ausbilder Bernhard Pällmann. Aber wie man weiß, gibt es ja Tage, an denen man Glück hat. So einen Tag erwischte der Fanfarenzug, als wir Wolfgang Hooghoff als neuen Ausbilder gewinnen konnten. Mittlerweile ist er mit dem Fanfarenzug fest verwurzelt und hat seine musikalische Laufbahn beim Heeresmusikkorps beendet. Dass Wolfgang allerdings nicht wieder in seine Heimat am Niederrhein zurückging, lag sicher an einer Dame namens Michaela, die heute seine Frau ist. Wenn man so will, war ihr Hochzeitstag wieder ein Glückstag für den Fanfarenzug Buldern.

Was schon lange gemunkelt wurde, wurde in diesem Jahr beschlossen, denn eine Änderung der Wertungsrichtlinien trat 1992 in Kraft. Bei der Einstufung der Wertungsklassen kam es zu einer Zusammenfassung der Klassen Naturton mit und ohne Nebeninstrumente. Die gravierende Folge für uns bestand darin, dass wir seit dem einen übermächtigen Konkurrenten aus Bayern in unserer Klasse haben — den Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Neubrunn. Ein Verein der seit 1976 ununterbrochen die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte.

Der Austragungsort der Deutschen Jugendmeisterschaft 1993 war Harsefeld in Niedersachsen. Wir erreichten dort hinter dem Fanfarenzug Hervest-Dorsten den 2. Platz.

Neben unseren Verpflichtungen, wie dem Schützenfest in Buldern und vielen anderen Auftritten bei verschiedenen Musikfesten, wurde auch schon wieder auf die Deutsche Meisterschaft 1994 in Wirges hin gearbeitet. Ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Ausbilder Bernhard Pällmann fand beim Übungswochenende in Groß-Reken statt. Bei der Deutschen Meisterschaft in der erstmals neu zusammengelegten Klasse belegten wir einen 2. Rang. Die Wertungsgespräche wurden als Gradmesser in unsere weitere Probenarbeit eingebaut. Erstmals wurde eine Grundausbildung für junge Trommler ins Leben gerufen, die als fester Bestandteil neben der Blockflötenausbildung betrieben wird. Als Ausbilder konnten wir zunächst Johannes Thesing vom Spielmannszug Stadtlohn für uns gewinnen, der von André Roters dann abgelöst wurde. Im November besuchten einige Spielleute zusätzlich an mehreren Wochenenden einen Lehrgang, der vom Landesverband angeboten wurde. 1995 fand dann die Deutsche Jugendmeisterschaft in Mainz statt. Ein 2. Rang war der Lohn für intensive Probenarbeit.

Das Schützenfest 1995 ist vielen sicherlich noch in guter Erinnerung — Wilfried Riegel, der zuvor schon mal als Schützenkönig in Erscheinung getreten war, konnte nun auch die Kaiserwürde erringen. Bei uns im Verein ist Wilfried nicht nur an vorderster Front, wenn es um die Organisation des Zeltlagers geht, sondern er steht bei allen Umzügen dem Fanfarenzug als Stabführer vor. Wenn wir gerade bei Stabführer sind, möchte ich natürlich nicht Thomas Kortmann vergessen. Thomas dirigierte für uns so manche Meisterschaft mit von außen ruhiger Hand. Wie es in ihm vor wichtigen Auftritten aussah, wissen nur Eingeweihte. Dirigieren und auch noch die erste Fanfarenstimme mitspielen, eine Kunst, die auch nicht jeder beherrscht. Daneben übernahmen Astrid Kampkötter und andere bei Auftritten die musikalische Leitung.

Ein weiteres Highlight war sicherlich das von uns gestaltete Konzert in Hürth. Eine große Aufgabe, das ganze Repertoire so einzuüben, dass ein Konzert durchgeführt werden konnte. Nach anfänglicher Skepsis haben wir uns an diese neue Aufgabe herangewagt. Auch die Moderation wurde von uns übernommen. Die große Herausforderung konnte, nicht zuletzt, durch erweiterte Proben während der Ferien gemeistert werden. Die Unterschiede zwischen münsterländischem und rheinischem Karneval erfuhren wir 1996 in Moers, als wir den dortigen Karnevalsumzug musikalisch begleiteten.

Was sich viele Bulderner Mitbürger lange Zeit gewünscht haben, fand am 5. Mai 1996 statt. Ein Gemeinschaftskonzert des Spielmannszuges Buldern und des Fanfarenzuges aus Buldern. Für die Moderation konnten wir unseren ehemaligen Ausbilder Bernhard Pällmann gewinnen. Ein tosender Applaus war der Dank für die Darbietung der beiden Vereine.

Nur drei Wochen später stand die Seniorenmeisterschaft in Magdeburg auf dem Programm. Übernachtet wurde in einem Bürogebäude in Gommern. Beim Wertungsspiel bekam unser ärgster Konkurrent, der Fanfarenzug Neubrunn, schon ein wenig Stirnrunzeln. Ganz langte es allerdings noch nicht, um den Bayern Paroli bieten zu können.

Fanfarenzug Buldern bei den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg (1996)
Fanfarenzug Buldern bei den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg (1996)

Eine große Seltenheit ist es sicherlich, bei einem Papstempfang als einziger Musikverein spielen zu dürfen. Wir hatten diese Ehre am 21. Juni 1996 auf dem Flughafengelände Paderborn. Den Kontakt zum Flughafen stellte unser damaliger Ortsvorsteher Siegfried Wrocklage her.

Das Jahr 1997 prägte wieder eine Vielzahl von Auftritten. Schützenkönigin wurde in diesem Jahr unsere Spielfrau aus der 1. Fanfarenstimme Katja Wintermeyer. Der traditionelle Halbjahresausklang fand auf dem Hof von Pankoke statt. Die Kleineren fanden in diesem Jahr für das heißgeliebte Zeltlager 1997 Aufnahme in der Bauerschaft Elvert bei Familie Kuhmann. Auch der Volkstrauertag wurde von uns, wie in jedem Jahr, mitgestaltet.

Bereits im Januar 1998 begann für uns mit einem Übungswochenende der Startschuss für die Deutsche Meisterschaft, die in Freyburg an der Unstrut stattfand. Das Ergebnis: Ein 2. Platz hinter dem Traditionsmeister aus Neubrunn. Aber der Abstand wurde immer kleiner.

Der 17. Juli 1998 ist ein sehr trauriges Datum für unseren Verein. Wir mussten leider von unserem Mitbegründer, langjährigen 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Bernhard Leiermann für immer Abschied nehmen. Ein letztes Mal erklang ihm zu Ehren die Musik, die er so geliebt hatte.

Anstelle des traditionellen Zeltlagers organisierten wir eine Fahrt zum Safaripark nach Stukenbrock. Alle waren begeistert, aber es war kein Ersatz für ein Zeltlager. Für die Helferfete in der Mehrzweckhalle in Buldern aus Anlass der Hochwasserkatastrophe im Jahr 1998 übernahm der Fanfarenzug am 22. Januar 1999 einen Teil der musikalischen Gestaltung. Am Karnevalswochenende tanzten wir, wie man so schön sagt, auf drei Hochzeiten: In Seppenrade, in Greven sowie zu Rosenmontag in Münster. Anläßlich der 1111-Jahr-Feierlichkeiten im Jahr 2000 veranstalteten wir wieder ein Gemeinschaftskonzert mit dem Spielmannszug Buldern. Humorvoll und fachkundig moderierte unser ehemaliger Ausbilder Jürgen F. Knebel die Veranstaltung.

Die Musikstücke für die Deutsche Meisterschaft 2000 im ostwestfälischen Spenge lauteten: „Bolero“, „Trommelsolo 14 – 12“ und „El-Sombrero“. Der ungewöhnliche Titel „14 – 12“ stammt vom Alter der beiden Komponisten unserer Paradetrommler Dennis Driever und Klaus Wewering.

Damit das Jahr 2001 mit Schwung und Elan beginnen konnte, starteten wir am 17./18. März 2001 mit einem Übungswochenende. In diesem Jahr nahmen wir unter anderem an dem bekannten Schäferlauf in Markgröningen teil. Allerdings wurde dies nochmals getoppt mit einem Auftritt, an den wir alle noch lange zurückdenken. Gemeint ist die Teilnahme an der Britischen Militärmusikshow am 1. und 2. Dezember 2001. Die ersten Kontakte knüpfte unser langjähriger Geschäftsführer Andreas Schlüter als Nachfolger von Wilfried Große Büning. Uns wurde schon bald klar, dass die Chance vor so einem großen Publikum in der Halle Münsterland spielen zu dürfen, mit sehr viel Arbeit verbunden war. Extra Marschproben wurden in der Mehrzweckhalle durchgeführt. Musikalisch mussten wir noch das Spiel ohne Noten perfektionieren. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, den Fanfarenzug Buldern inmitten von Profimusikern erleben zu dürfen und von allen Seiten Lob und Anerkennung zu bekommen.

Das Jahr 2002 — unser Meisterjahr!!! Jeder erinnert sich sicherlich an den Barhocker — Er ist als Sinnbild für unseren Erfolg fest mit dem Jahr verbunden. Ich möchte es noch mal sportlich umschreiben. Wie bei einem Hochleistungssportler, der die Höchstleistung genau an dem Tag und zu der Stunde abrufen kann, wenn es erforderlich ist, so haben auch diese Spielleute, unter der Leitung von Wolfgang Hooghoff, Pfingsten 2002 ihre Leistung genau getimt. Das Ergebnis ist bekannt. Trotzdem möchte ich es noch mal auf der Zunge zergehen lassen: eine Punktzahl von 0,54 von 0,50 möglichen. Und es war geschafft, was viele nicht für möglich gehalten haben — punktgleich mit dem Fanfarenzug aus Neubrunn waren wir „Deutscher Meister 2002“. Die Freudentränen rannen bei einigen über die Wangen, und abends wurde in der Göttinger Jugendherberge bis zur Erschöpfung gefeiert. Im Zeitalter der Handys und natürlich auch durch die Weitergabe der Nachricht von der Kanzel durch Pastor Rohlmann war die Kunde im Nu in ganz Buldern herum. Die Partner der Spielleute und einige Freunde zauberten einen Empfang für den frisch gebackenen Deutschen Meister aus dem Hut, der sich sehen lassen konnte. Sogar ein Bierwagen war organisiert worden und das alles auf Pfingsten. Der Schirmherr unseres 25-jährigen Jubiläums, Hans Hegemann, die Ortsvorsteherin Edith Eiersbrock, der Spielmannszug Buldern, Abordnungen anderer Vereine, sowie Freunde und Gönner unseres Vereins bereiteten uns einen unvergesslichen Empfang. Nach den Ferien veranstalteten wir unser Musikfest. Besonders freuten wir uns natürlich über den Besuch des Fanfarenzuges aus Neubrunn. Die Spielleute aus Bayern reisten bereits am Samstag an, so dass wir ein kleines Platzkonzert geben konnten. Das ganze Musikfest war ein Bombenerfolg.

Das Jubiläumsjahr 2003 brachte dem Fanfarenzug Buldern im Mai seinen ersten Auslandsauftritt. Anlässlich der Vierzigjahresfeier der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Dülmen und der französischen Ardennenstadt Charleville-Mézières bat uns die Stadtverwaltung, diesen Besuch musikalisch mitzugestalten. In Frankreich hinterließen wir einen sehr positiven Eindruck und vertraten die Farben der Stadt Dülmen würdig über die Grenzen hinaus, wie Bürgermeister Püttmann anerkennend hervorhob. Getreu dem Motto — Musik kennt keine Grenzen.

Die Erfolgsstory unseres Vereins setzte sich im Jahr 2004 fort. Am Pfingstwochenende fanden im kurfürstlichen Schloß zu Mainz die Deutschen Meisterschaften der Spielmanns- und Fanfarenzüge statt. Diesmal mussten wir den Titel mit keinem anderen Verein teilen. Der Fanfarenzug 1978 Buldern e. V. wurde alleiniger Deutscher Meister der Fanfarenzüge in der Naturtonklasse. Durch die Auswahl der Stücke und die Darbietung der Spielleute konnten wir den Lohn einfahren, den wir uns durch harte Probenarbeit verdient hatten. Ein weiteres Highlight war die zweite Teilnahme an der Britischen Militärmusikschau in der Halle Münsterland. Die Profimusiker brachten dem Fanfarenzug viel Anerkennung und Lob entgegen..

Als Zeichen für den positiven Eindruck der Teilnahme 2001 und 2004 ist die neuerliche Einladung zu diesem Musik-Event im Dezember 2005 zu werten.

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