Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2001

Günter W. Peters

Geschichten ut de aolle Stadt Dülmen

Üöwer de aollen Schoolen in Dülmen

De eerste Schoole in Dülmen is in dat Jaohr 1323 up den Kiärkplask vüör de Viktorkiärk errichtet wuorden. In dat Stadtmodell kann man sik dat kleine Schöölken noch bekieken. Dat was de latinschke un dütske Knaben- un Wichterschoole, de noch bis 1832 in Betrieb was, un siet 1720 Rektoratsschoole nömd wuor. Den Wunschk nao een Gymnasium bestonn all siet 1905, aower eerst in 1911 kaim de Genehmigung, dat de aolle School äs Gymnasium uutbaut werden konn. Äs Lährer wüören dao aower män blos Geistlike Härns, üm 1881 is dao dann den eersten weltliken Lährer instellt wuorden. Siet 1792 wuorden all de Wichter von de Nunnen in dat Kloster Agnetenberg unnerrichtet. Üm 1831 wuor dann up de Mönsterstraot de 3 Klassige Schildschoole baut, wovon eene Klasse noch füör de Latinschoole inricht wuor. In de niee School is dann de Rektoratsschoole unnerbracht wuorden, de bes daohen jä up den Kiärkplask was. De School was aower wanners auk wier to klein, sodat dao üm 1861 een Stockwiärk drup kaim, wo dann auk de Magister eene Wuenung drin kreeg. Dao was dann anschluutend dat Katasteramt un daonoh auk dat Arbeitsamt unnerbracht. De School stonn an de Mönsterstraot, dao wao nu, jüst tieggenüöwer de Firma Nottenkemper is.

De naichste School was dann de Evangelschke School, de 1847 äs eenklassige Schoole füör 18 Kinner eröffnet wuorden is. To de Tied wuenden män jüst 87 evangelschke Christen in usse Stadt. 1892 wuor de School all von 61 Kinner besocht, sodat üm 1895 een Niebau met Magisterwuenung an den Küeningswall baut wuorden is. De Schoole is dann 1937 uplöst wuorden un de Kinner kaimen allbieneen in de „Gemeinschaftsschoolen“. Nao den Krieg was den Unnerricht dann in Baracken un Klassenrüüme von de annern Schoolen in Schichtunnerricht, bes dat dann de nie Paul-Gerhard-School betrocken werden konn, de an’n 2. Mai 1963 inwieht wuor, un de up dat Werksgelände von de Firma Kirschner baut wuorden is.

Dann wuor 1868 de Bültschoole baut. Twee Jaohr läter wüören dao drai Abteilungen un de Arbeitstieden von de Magisters göengen von 8 – 10, von ½11 – 12, von 2 – 4, und von 5 – 7 Uhr. Dann is de ganze Bültschoole äs Rektoratsschoole nutzt wuorden, naodem de Kinnerverwahranstalt, de Bibliothek un den Boromäusverein uut trecken mossen. De School is dann aff 1927 von de Döchterschoole betrocken wuorden. In den Summer 1930 mossen dann drai Klassenrüüme füör de Volksschoolen friemaakt werden. Dao bin ik dann auk noch een Jaohr in de Schoole gaohn. Anschluutend wüören dao aower auk all ennige Klassen von de Fortbildungsschoole (Berufsschoole) unnerbracht. Dao wuorden dann de Stifte von alle Handwiärkers, de Kauplüe un auk de Huusgehilfinnen unnerrichtet.


Wiederaufbau der Overbergschule.

In dat Jaohr 1870 kaim dann de Schoole an de Niepaort (Borkener Straße) daobie, un de stonn an de Ecke von den Südring, dao wo nu een Wuenblock is. In de drai Schoolen met je acht Klassen in Dülmen, wüören üm 1886 329 Jungs un 336 Wichter unnerrichtet. Üm 1892 is dao dann dat Küöninglike Stüeramt introcken, wat vüördem jä in Lünkhusen was. To miene Tied wüören dao aower all Uutstellungsrüüme von de Möbelfabrik Küöning (Theodor König) drin.

Üm 1801 stonn de iärste jüdische Schoole in de Kötteröe, de aower auk äs Synagoge benutzt wuor. 1862 wuor de dann äs öffentlike Schoole ümwandelt un 1864 in dat niegebaute Synagogengebäude up de Mönsterstraot verleggt, wo üm 1887 all 18 Kinner de Schoole besochden. Unnerichden dei dao de Liährer David Dublon, de äs Chordirigent bie de Dülmsken Sänger bestens bekannt wüör. Bie dat Pogrom 1938 is de Synagoge von de Nazis anstuorken wuorden un heel affbrannt, un de Füerwiähr droff nich äs löschken. To Erinnerung daoran, is an de Aolle Sparkasse, jüst tieggenüöwer, eene Bronceplatte anbracht wuorden.

Üm 1882 versammelden sik een Kring von 14 junge Wichter, de dann 1889 äs höggere Döchderschoole anerkannt wuor. Äs dann de Süstern von de göttlike Vüörsehung ut Steyl de Schoole üöwernaimen, is den Unnerricht in dat Weesenhuus affhaollen wuorden. De Klassen wuorden ümmer grötter, sodat man in dat Jaohr 1915 met 74 Schölerinnen in de Bültschoole üöwersiedeln konn. Üm 1923 is dann een Schoolverein füör de Katholschke höggere Wichterschool gründet wuorden. 1927 wuor dann de ganze Bültschoole füör de Wichterschoole to Verfügung stellt. Dann mossen in’n Summer 1930 wier 3 Klassenrüüme füör de Volksschoolen friemaakt werden, un et troff sik guett, dat dao een Huus an de Ecke Mönsterstraot/Krüüswegg frie wuor. Nao den Ümbau konn dat Gebäude dann Ende 1930 betrocken werden. Jau, dann kamm wier den Krieg, un dao is denn auk düsse Schoole zerstört wuorden, wobie de ganzen Lehrmittel un dat Inventar verbrannt sind. Den Unnerricht wuor eerst Januar 1946 wier upnuommen. Man was in’t Krankenhuus, in Baracken un auk in de Krüüskiärk unnerkuommen. Füör de niee Schoole, de an de Bergfeldstraote baut werden söll, wuor in’n Juni 1953 den eersten Spatenstich maakt. Richtfest was dann in’n Oktober. 1954, auk in’n Oktober is de niee Marienschoole dann düör Diäken Dümpelmann inwieht wuorden.

Üm 1892 is dann wier eene niee Schoole inricht wuorden un dat was de Joppschool, de Josephschoole, de met 6 Klassen anfangen is un läter dann wier vergröttert wuor. Daoran kann man saihen, dat de Familligen in de Stadt fröher doch wull miähr Kinner hadden äs vandage. De School stonn dao, wo nu den grauten Posthof is, un man konn fröeher von de Elsa-Brandström-Straote un auk von den Nunnenwall up den Schoolhoff kuemmen. Von Oktober 1939 bes 9. Mai 1940 was de Schoole von Soldoten uut Hamburg un Schlesien besett. Verküörtten Unnerricht was dann in de annern Schoolen. De Joppschool was aower auk stark beschädigt un eerst in’n Januar 1949 konnen 6 Rüüme betrocken werden. In de Tied was den Unnerricht in Baracken un eerstan met 400 Kinner in den Unterrichtsruum von de Hl. Krüüskiärk. De nie Krüüsschoole is dann 1953 inwieht un met 12 Klassen betrocken wuorden, jau un daomet was de Ruumnaut dann endliks beendet.

Jau, eenige Jaohren läter langden dat all wier nich, dao is dann 1909 de Overbergschoole met 10 Klassen inwieht wuorden. In den Krieg is dao dann 1945 dat Reserve Lazarett unnerbracht, wildat usse Krankenhuus in’n Februar zerstört wuor. De School was jüst von de Kranken rüümt wuorden, dao is dat Gebäude auk to Schaden kuemmen, un bes up de Grundmüeern uutbrand. Unnerrichtet wuor dann — jüst äs in de Joppschoole — auk in Baracken, de daofüör extrao upbaut wuorden sind. Iärst in den Monat Juli 1950 konn den Unnerricht in dat Schoolgebäude wier upnuommen werden. Män, de Ruumnaut wuor ümmer gröetter, wildat 1959 up 700 Kinner dao unnerrichtet wuorden. De School häff jä wull ennige Jaohre lierig staohen, wildat tüskendüör in’n Mai 1960 de nie Kardinal-von-Galen-Schoole met 10 Klassen inwieht wuorden is. In de aolle Schoole is jä nu all siet 1999 dat Annette von Droste-Hülshoff-Gymnasium unnerbracht, solang, bes dat de dann in dat niee Gebäude bie Bendix intrecken köennt.

In den Summer 1913 was dann den Baubeginn füör dat niee Gymnasium, wao dann in’n Juli 1914 dat Richtfest fieert werden konn. Män, dann gonk et so recht nich wieder, weil in den Krieg dat naidige Geld failden. Man riäknede daomet, dat denn Unnerricht in’n Juli 1915 beginnen konn, aower daoruut is auk no nicks wuorden, wildat de School met 500 Soldoten von dat Landsturm I.R. 7 beleggt wuor, sodat eerst in’n Januar 1916 den Niebau betrocken werden konn. In’n Hiärwst 1921 stellde dat Gymnasium alle Rüüme für eene Gewerbeschau to Verfügung, jüst äs de Aula, de all ümmer füör annere Veranstaltungen dennde. An den Anfang von den II. Weltkrieg is dat Gymnasium auk wier met Inquartierung beleggt wuorden. Aff Februar 1945 foll den Unnerricht wegen de Fliegerangriffe ganz uut.


Die alte "Penne". Das städtische Gymnasium am Nonnenwall vor der Zerstörung vom März 1945 mit dem alten Ostflügel. Im Hintergrund die evangelische Kirche.

Den gröettsten Deel von de School, den Süddeel un de Turnhalle, sind an’n 19. Määt in Schutt un Aske leggt wuorden. Den Norddeel, Hauptingang, Aula un 6 Klassenzimmer, sind dann von Kriegsgefangene un Zwangsarbeiter uut Polen besett wuorden. Äs de dann uuttrocken, dao dennde den Restbau de Stadtverwaltung un auk de Sparkasse äs Arbeitsstiär. Jau, un daomet wüör füör 692 Schöler de Schoole uut. In den renoveerten Norddeel un in Baracken, de up den Schoolhoff upbaut wuorden, is den Unnerricht eerst an’n 1. Juli 1946 wier upnuommen wuorden. November 1951 wuor dann den Ostflüegel wier upbaut, un daomet was wier alles komplett.

In Monat September 1964 wuor von den Stadtraot den Beschluß faßt, een grötteret Gymnasialgebäude to bauen. Den Arbeitsbeginn füör dat niee Schoolzentrum an de Lünker Straot was in’n September 1970.

Quellen:

Albert Weskamp, Geschichte der Stadt Dülmen, Dülmen 1911, S. 175ff.

Heimatblätter und Aufzeichnungen von Heinz Brathe.

Stadtarchiv Dülmen, SB 338.

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