Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2002

Lucia Lewe-Düber

Heimatverein Welte

Der Gründung des „Heimatvereins Welte e. V.“ ging die langjährige Tätigkeit des Bernhard Schieve voraus, der auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung sein Wirken auf das Sammeln von Fakten über die Geschichte der Bauerschaft Welte und deren Bewohner gerichtet hatte. Aus Verbundenheit zu seiner Heimat sammelte er Erinnerungsstücke, alte Schriften und Bilder, die er dem später gegründeten Heimatverein überließ. Neben einer Bildersammlung in den Räumen der Spar- und Darlehenskasse Dülmen organisierte er auch Klassentreffen und lud alljährlich die älteren (auch ehemaligen) Bürgerinnen und Bürger Weltes zum inzwischen zur Tradition gewordenen Seniorennachmittag ein. Nachdem es ihm aus Altersgründen nicht mehr möglich war, diese Arbeit zu bewältigen, kam bei einigen Weltern/Welterinnen der Gedanke auf, einen Heimatverein zu gründen, der an die Arbeit des Bernhard Schieve anschließen sollte.

Vorstand des Heimatvereins Welte 1998.
Vorstand des Heimatvereins Welte 1998.

Ein fünfköpfiges Gründungsgremium setzte sich zum Ziel, die Bewohner der Bauerschaft von der Gründung eines Heimatvereins und einer Mitgliedschaft hierin zu überzeugen. Hausbesuche, bei denen im Vorfeld über Aufgaben und Ziele des zu gründenden Vereins informiert wurde, führten dazu, dass von den 530 Bewohnern Weltes 246 spontan als künftige Mitglieder gewonnen werden konnten.

Auf der Gründungsversammlung, die am 1. Juli 1998 im Festzelt auf dem Schützenfestplatz in Welte stattfand, wurde unter der Leitung von Werner Jostmeier die Satzung verabschiedet und der Vorstand in geheimer Wahl gewählt. Dieser setzte sich zusammen aus der ersten Vorsitzenden, Marianne Hanning, ihrem Stellvertreter Rudolf Brinkmann, der Schriftführerin Maria Wilstacke und dem Kassierer Bruno Mensmann sowie den Beisitzern Lucia Lewe-Düber, Robert Sundermann und August Schulze Wermeling, der in den Vorstand kooptiert wurde. Bernhard Schieve wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Der „Heimatverein Welte“ wurde damit ins Leben gerufen. Mit Eintragung ins Vereinsregister am 12. November 1998 erlangte der Verein seine Rechtsfähigkeit und nannte sich fortan „Heimatverein Welte e. V.“.

In der Mitgliederversammlung vom 1. August 2000 in der Gaststätte „Friedag“ wurde die bisherige Zusammensetzung des Vorstandes aufgrund einer beschlossenen Satzungsänderung dahingehend geändert, dass die Beisitzerin Lucia-Lewe-Düber zur Protokollführerin gewählt wurde. Im Übrigen wurde der Vorstand durch Wiederwahl bestätigt. Die Position eines dritten Beisitzers entfiel ersatzlos. In der bis dato letzten Mitgliederversammlung vom 1. März 2002 stellte sich der Beisitzer August Schulze Wermeling aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl. An seine Stelle wurde Alfons Springeneer in den Vorstand gewählt. Die anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt durch Wiederwahl bestätigt.

Heimatverein Welte

Satzungsmäßiger Zweck des „Heimatverein Welte e. V.“ ist es, sich mit der Heimatkunde und der Heimatpflege zu befassen und Überliefertes und Neues sinnvoll zu vereinen, zu pflegen und weiter zu entwickeln, damit Kenntnis der Heimat, Verbundenheit mit ihr und Verantwortung für sie in der gesamten Bevölkerung auf allen dafür in Betracht kommenden Gebieten geweckt, erhalten und gefördert werden. Der Heimatverein will diese Ziele vorrangig durch eigene Arbeit, aber auch durch enge Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Heimatbund, dem er angeschlossen ist, mit den örtlichen Behörden sowie anderen Vereinen und Einrichtungen, die gleiche oder ähnliche Zwecke verfolgen, erreichen.

So erfüllt der Heimatverein seine Ziele zu großen Teilen eigenständig, z.B. in Form der Durchführung von Veranstaltungen, wie jährliche Wanderungen, Fahrradtouren, Busfahrten rund um Dülmen, nach Münster oder ins Hamalandmuseum nach Vreden, um auch die nähere Umgebung und deren Geschichte zu erkunden. Höhepunkt aller bisher organisierten Veranstaltungen war die Durchführung der viertägigen Berlinfahrt im April 2002 unter dem Motto „Berlin — Hauptstadt und Metropole im 21. Jahrhundert“, an der eine große Zahl von Mitgliedern teilnahm. Mit dem Besuch mehrerer Gedenkstätten unter professioneller Führung wurde den Mitgliedern (wie auch Nichtmitgliedern) des Heimatvereins über die nachbarschaftlichen Grenzen hinaus die Geschichte Deutschlands, insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit näher gebracht.

Wichtiger Bestandteil der Arbeit des Heimatvereins ist auch die Aufrechterhaltung von Traditionen. Zu diesem Zweck organisierte und führte er bereits zum vierten Mal mit großer Resonanz eine Nikolausfeier vorrangig für die kleinen Bewohner der Bauerschaft durch. Auch der traditionelle Seniorennachmittag im September jeden Jahres findet bei allen älteren Mitbürgern großen Anklang.

Dass sich der Zweck des Heimatvereins eben nicht nur durch eigene Leistung, sondern auch erfolgreich durch die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und anderen Vereinen, insbesondere dem Schützenverein Welte, verwirklichen lässt, zeigen verschiedene auf Wunsch des Heimatvereins durchgeführte Maßnahmen in Welte. So hat der Kreis Coesfeld antragsgemäß an der K 44 grüne Ortsschilder angebracht und die Stadt Dülmen den Welter Bürgern für den Anstrich der städtischen Ruhebänke in Welte entsprechende Materialien zur Verfügung gestellt. Um den Bürgern und Besuchern der Bauerschaft eine saubere Umwelt und damit schönere Ausflugsziele zu bieten, hat darüber hinaus der Heimatverein zusammen mit dem Schützenverein Welte wiederholt an der vom „Hegering Dülmen“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Dülmen veranstalteten Müllsammelaktion teilgenommen.

Die gute Zusammenarbeit mit dem Schützenverein spiegelt sich auch darin wieder, dass dieser dem Heimatverein als Herausgeber der Festschrift bei deren Vertrieb tatkräftig unterstützt hat. Bereits im Dezember 1996 traf sich ein Arbeitskreis „Welte 2000“, der sich zum Ziel gesetzt hatte, anlässlich des im Jahre 2000 bevorstehenden 1111-jährigen Bestehens der Bauerschaft Welte und des 300-jährigen Bestehens des Schützenvereins Welte eine Festschrift zu erstellen. Bei dem pünktlich zum Doppeljubiläum fertiggestellten 600 Seiten umfassenden Werk handelt es sich um eine Abhandlung, in der die Geschichte der Bauerschaft Welte und ihrer Bewohner von der Vergangenheit bis zur Gegenwart aus den verschiedenen Blickwinkeln dargestellt wird. Fast alle Welter/-innen waren als Autoren an dem Gemeinschaftswerk beteiligt. Die Idee der Herausgabe dieser Festschrift hatte Werner Jostmeier, dem für sein großes Engagement bei der Erstellung dieses Buches genauso viel Dank gebührt wie der Firma Gerd Neumann, die den Druckauftrag übernommen hatte und in mühseliger Kleinstarbeit allen Wünschen der Autoren bei der Erstellung ihrer Beiträge gerecht wurde.

Im Mai 2000 wurde an der K 44 gegenüber dem Kriegerehrenmal die Ortstafel, die alle Besucher und Passanten herzlich willkommen heißt, aufgestellt. Sie zeigt neben dem Wappen des Schützenvereins auch das des Heimatvereins. Im linken oberen Teil des Emblems ist die Windmühle abgebildet, die früher auf dem sogenannten „Heidenkirchhof“ in Welte stand. Sie wurde im Jahre 1858 von einem Herrn Wesseling aus Wulfen erbaut und im Jahre 1879 von August Austrup erworben. In dieser Mühle wurde u.a. das Korn der Landwirte aus Welte gemahlen. Im oberen rechten Teil des Wappens ist eine topfartige Urne mit kantig abgeschnittenem Mündungsrand aus der prähistorischen Zeit (Eisenzeit) abgebildet. Derartige Urnen wurden schon um 1898 bei der Anlegung des Weges von der Welter Windmühle zur Karthaus auf den Hügelgräbern des ehemaligen Heidenkirchhofs gefunden. Bei Ausgrabungen vor 30 Jahren wurde die abgebildete Urne gefunden, in der eine römische Fibel mit einer Länge von 7,1 cm gelegen haben soll.

Ortseingangsschild.
Ortseingangsschild.

Der „Heimatverein Welte e. V.“, der bereits seit seiner Gründung vom Finanzamt Coesfeld als gemeinnützig anerkannt wurde, ist berechtigt für Sach- und Geldspenden, die der Verwirklichung seines Zwecks dienen, entsprechende Spendenbescheinigungen auszustellen.

Die stetig ansteigende Mitgliederzahl und die große Beteiligung an diversen Veranstaltungen zeigt, dass die Verbundenheit mit der Heimat und das Interesse an ihrer Geschichte bei den Bürgerinnen und Bürgern der Bauerschaft Welte sehr groß ist und sie die Veranstaltungen auch als Möglichkeit verstehen, den Zusammenhalt der Bewohner zu festigen und weiter zu fördern. Der Heimatverein nimmt auch gerne interessierte nicht ortsansässige Mitglieder auf. Sie sind jederzeit herzlich willkommen.

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