Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2002

Günter W. Peters

Üöwer de Handwiärker

Aenne Dierkes.

Vüör de Fraulü in de Stadt wassen daomols 4 Modistinnen off Putzmakerinnen tätig, de daofüör suorgden, dat de Fraulü ümmer niee und faken auk wull upgearbeidete schicke Höötkes un Kappen driägen konnen. De aollen Hootstumpen wuorden daoto ümpreßt, sodat se wier eene annere Form bekaimen und daomet wassen de dann wier Nageltnie. Aohne Hoot off Kappe wassen de Frauen fröeher jä nich richtig antrocken, un dat gelden nich blos füör de äölleren Möederkes, nee, bie de jungen Fraullü was dat jüst so. De göengen auk nich aohne Höötken. Vandage is dat heel anners. Selten sett’t de Frauen no een Höötken up un dat ligg wull nich daoran, dat et kinne Modistinnen miähr in de Stadt giff.

Schomaker.

Jüst so is dat met de Sattler un Polsterer, wo fröeher 7 Handwiärker in usse Stadt wüören, dao is vandage nich äs miähr eenen ansässig. Jau, fröeher gaff et jä auk noch vull Piärde, de alle de Waren beweggen mossen. Dao kaimen jä nich blos de Bueren met Piärd un Wagen in de Stadt üm Kartuffeln off Strauh nao de Lü to brengen. Nee, auk de Bäckers, de Miälkbueren un de Pluddenkiärls kaimen met Piärd un Wagen düör de Straoten. Jau, un füör dat Geschirr un de Sättel von de Diers wassen de Sattler tostännig, de jä nich blos wat Niees mooken, nee, et was jä auk manksten wat to repareeren. De Polsterer wassen füör de Sofas, Sessel un Polsterstöehle tostännig, de se Nie anfertigten un auk faken repareeren mossen.

Fritz Demes.

Wenn vandage denn Bezug von so’n Sessel verschlietten is, dann wett de jä nich miähr von een Polsterrer nie betrocken, nee, de wett dann bie de naichste Sperrmüllabfuhr an de Straote henstellt, un dann een Nieen kofft. Aower uk in de Dülmsken Möbelfabricken wüören daomols Polsterer beschäftigt.

Jüst so was dat met den Seiler, wao et män blos eenen von gaff. De Seele un dicken Stricke wuorden in vull Handwiärksbetriebe bruukt. So an de Baustiären, üm Material hauge to trecken un auk tot fast binnen an de Gerüststangen. Auk up’n Buerenhoff wuorden lange Stricke bruukt, so de lange Reep, wann dat Korn inföehrt wuorden is. Wat jä met den langen Wiesbaum fasthollen wuor. Un auk de grauten Diers, vüör allem aower de Bullen, wuorden jä in de Ställe manksten anbunden.

Anton Fischer.

Hoof- un Wagenschmieden gaff et daomols 4 in de Stadt. De suorgden daofüör, dat de Piärde bie Bedarf met niee Hoofiesen beslaon werden konnen. De Hoofiesen wuorden in dat Schmiedefüer glainig maakt, met Tangen haruutnuommen und dann up den Amboss passend bearbeidt, un de wüören dann noch heet, wenn de an de Hoofe anslaon wuorden. Dat gaff dann ümmer’n fienen Rüek. Äs Jung häff ick mie dat noch faken bekieken konnt. Jüst so, äs dat Betrecken von de grauten Waagenraer, de ja met glainige iesen betrocken wuorden un dann in Water affküöhlt werden mossen.

Alfred Horstmann.

30 Schniedermester un Mesterinnen wöeren fröeher in usse Stadt für de Garderobe von de Fraulü un de Mannslü tostännig. Un de hadden wull alle wat to daohen, denn dao gaff dat jä noch kinne „Adelige Garderobe“ dat hett: Anzüge un Kleeder un Kostüme „von de Stange“. Nee, dao wuor alles nao Maot anfertigt, un dat Wiärk moß denn jä auk passen. Dao droff den nieen Anzug bie dat Anprobeeren kinne Follen schmieten. Wann et in de Famillgen dran satt, dann kreegen de Kinner auk füör de Kinnerkommunion een nieen Anzug maakt. Un dat moß jä nich ümmer een glootnieen Stoff sien, nee, wenn den Stoff von Papa’s Anzug noch to gebruuken was, dann wuor de uptrennt, wendet un dann nao Moot een nieen anfertigt. Jüst so was dat aower auk bie de Wichter, dao wuorden de Kleeder von de Mooder auk wull maol wendet. Wenn so’n Stöffken üöwerhaupt nicks miähr doggden, dann kam de erst nao de Pluddenkiärl, wao de Kinner dann manksten een paar Knicker off’n paar Penninge füör kreegen. Vandage giff et dat jä nich miähr. Dao kümpt alles bie de Kleedersammlung in de Säcke un de wert dann von de Vereine insammelt. Von fröeher diärtig Schnieder sind vandage män blos noch fief üöwerbliewwen.

Uhlending.

Schreinerien gaff et 1934 jüst 20 in usse Stadt, waovon aower wull 3 äs Möbelfabriken beteeknet werden könnt. De Schreinermester fertigten de Möbel nao Bestellung an. Dat konn nu een Kleederschapp off aukn Küerkenschrank sien. De Kleederschäpp hadden fröeher män blos 3, un nich so äs vandage 5 off sogar 6 Düören. De grauten Schäpp passen in de kleinen Schlaopstuorben garnich herin. Alles wuor von Hand toschniedden un bieneen kliäft un dat wassen noch massive Briär. Son Eekenschlaopzimmer met Schapp, Bettladen, Frisierkommode un de beiden Nachtschäppkes, de hollen wull drei Generationen uut. De wüören jä wisse nich kapott tokriegen, un de kaimen eerst dann bie den Sperrmüll, wann se de Enkel viellicht nich miähr modern genoog wüören. Ik kannden Lü, de sind nao de Hieraot met een Schlaopzimmer von de Uuropa anfangen un dat häff iähr dann noch guede Denste daohn. Vandage giff et noch fief Schreinermester in de Stadt Dülmen.

König.

24 Schohmaakerien wassen fröeher in de Stadt, vandage sind et män blos noch 4. Daofüör giff et aower nu eene Menge Schohgeschäfte, de massenwiese Schohe uut de Fabricken verkaupt, de dao dann in verschaidene Modelle un Grötten anbuoden wert. De aollen Mesters konnen fröeher allbieneen de Schoh noch nao Maot anfertigen. Jüst daorüm nömden de sik ja au „Schohmaakermester“ un nich blos Verkaiper. Ik häff mie faken in so eene Wiärkstiär uphaollen konnt, wao dann de Mester un manksten 4 – 5 Gesellen an de Arbeid wüören. Fröeher wuorden Schohe jä nich in den Müll schmietten, wann män blos de Suohlen düör laupen, off den Absatz scheef afflaupen wass, nee, dann wuorden de jä repareert un wier up nie maakt. Dao gaff dat jä auk noch kinne Kunststoffe, nee, de Suohlen wassen alle uut kerniget Rindsliär un de haollen ’ne ganze Tied. Suohlen uut Gummi kaimen auk iärst vull läter up, un dann was de Reparatur auk billiger. Auk wann dat Uowerliär an eene Stiär verschlietten was, sodat manksten de Teen düörkaimen dann kaim dao een Rister drup, wat dann annaiht of auk wull kliäft wuor. Jau, dao hadden de „Schuster“ ümmer genoog to daohen.

Paul König.

In den eersten Deel häff ik eenen Beruf üöwerslaon, wao et auk män blos eenen von gaff. Un dat was den Holskenmaaker. Jau, de giff et jä vandage auk nich miähr. Äs ik in de Schoole kaim, kammen de miährsten von miene School-Kollegen noch met Holsken an. Schohe wuorden män blos Sunndaggs nao de Kiärk antrocken. Met de Holsken konn man up dat Koppsteenplaoster auk guett laupen un vüör allem in de Wintertied wenn Schnee lagg, wüören de auk düchtig guett up de Slinnerbahnen. Daoto uut een Gedicht „Uut Opas un Omas Schooltiet“ von Josef Pröbsting:

Aower nich äs eenmaol kaimen wie in den Genuß,
Nao de School to föehren met’n Autobus
Wat daihen wie all frohlocken
Drüg in de School met Holsken un Socken
De Buerschoppskinner in düsse Tiet
De mössen laupen kilometerwiet.

Reinermann.

Noch een Beruf de uutstuorben is. Dao wassen fröeher noch 3 Stellmaaker in de Stadt. De wüören tostännig füör alle de Wagen un Kuorn, de allüöwerall gebruukt wuorden. Un de wuorden jä nich blos up den Buerenhoff bruukt, so äs de Ringstenwagen un Stüertkaoren, nee, alle Baugeschäfte, de Miälkbueren un alle de wat met Piärde to transpoteeren hadden, de laiten sik de Gefährte von den Stellmaaker anfertigen, so äs se jüst bruukt wuorden. Vandage kann man de wull met de „Karosseriebauer“ verglieken. Stellmaaker giff et nu nich miähr.

Den lesten in miene Liste is nu den Stohlmaaker, wao et daomols auk män blos eenen von gaff. Manksten süht man wull Anzeigen in de Tiedung, wao sik söcke Lüe noch füör Stohlreparaturen anbaid. Dat sind dann wull faken de aollen Binsenstöhle, denn wenn man dao nich recht miähr up sitten kann, dann mott dat Binsengeflecht jä wier nie maakt werden. Vandage is mie aower nich äs eenen miähr bekannt.

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