Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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Brigitte Kramer

Elisabeth Küper (1901 – 1991) — Ein bewegtes Leben

Vorbemerkung

Der folgende Beitrag erinnert an eine verdiente Politikerin unserer Stadt, die am 19. November 2003 hundertzwei Jahre alt geworden wäre. Den Anlass, Elisabeth Küper zu würdigen, gaben ihre gesammelten, unveröffentlichten Gedichte, die von Günter W. Peters in vielen mühevollen Stunden transkribiert wurden und so als Abschriften in das Eigentum des Stadtarchivs Dülmen gelangten. Die Autorin dieses Beitrages ordnete den Nachlass und ergänzte ihn durch eingehende Recherchen in den Archiven in Dülmen, Coesfeld, Düsseldorf und St. Augustin. Das Ergebnis dieser Arbeit macht den Leser mit einer Frau bekannt, die stets, fest im katholischen Glauben wurzelnd, standhaft und unbeirrbar ihre Meinung verfocht und sich schon als Kind gegenüber ihren vier Brüdern zu behaupten wusste.

Die Jahre 1901 – 1932

Elisabeth Küper war zeit ihres Lebens hartes Arbeiten gewöhnt. Bei all ihren Aufgaben aber, sei es als Weberin, Gewerkschaftssekretärin und schließlich als Politikerin auf Landes- und Kommunalebene, handelte sie stets aus christlichem Verantwortungsbewusstsein. Das gab ihr die nötige Kraft und machte sie zu einer, auch aus heutiger Sicht anerkennenswerten, starken Persönlichkeit.

Am 19. November 1901 wurde sie als drittes von fünf Kindern und einzige Tochter des Bergmanns Bernhard Küper und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Pietz, in Altenessen geboren. Die Familie zog schon bald ins münsterländische Dülmen. Im benachbarten Merfeld besuchte Elisabeth, genannt Lisbeth, die Schule bei ihrer Tante, der Lehrerin Regina Pietz (1889 - 1957) und half dort von Oktober 1910 bis Mai 1911 auch bei dem Bauern Wilhelm Abendroth in der Landwirtschaft aus.1

Nach ihrer Schulzeit kam sie im Mai 1916 wieder nach Dülmen. Sie nahm zunächst eine Arbeit als Weberin bei der Firma Leeser an. Ihre Erfahrungen beschrieb sie in selbstverfassten Gedichten. Ab 1923 trat sie für zwei Jahre in die Dienste der Familie Dudenhausen, die ein Kolonialwarengeschäft betrieb, und half dort im Haushalt auS. Bei ihrem Weggang wurden ihr "Fleiß" und "ein freundliches, zuvorkommendes Wesen" im Zeugnis bescheinigt.2

1926 arbeitete Elisabeth Küper wieder für die Firma Leeser. Nunmehr wurde sie politisch aktiv. Durch ihren Vater, der Mitglied des "Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands" war, hatte sie schon früh Berührung mit dem Gewerkschaftsgedanken gehabt. Von ihren Eltern streng katholisch erzogen, ließ sie sich auch in ihrem politischen Handeln von den Werten ihrer Kirche leiten. Zwei Jahre später trat sie der Zentrumspartei bei und wurde Mitglied des "Zentralverbandes christlicher Textilarbeiterinnen". Aus dieser Zeit stammt das Kampfgedicht "Steht zusammen"3 - ein Appell an die Arbeiter im Rheinland und in Westfalen, für ihre Interessen einzutreten:

Steht zusammen

Brüder, erkennt den Ernst der Zeit!
Steht Schulter an Schulter, steht Seite an Seit’.
Bietet zum Kampfe denen die Brust,
Die da zu kämpfen verspüren die Lust.

Denen, die uns den Kampf aufzwingen,
kann und wird es niemals gelingen,
daß sie aus dem Kampfe als Sieger geh’n,
wenn wir fest und treu zusammensteh’n.

Drum laßt uns kämpfen für unsere Rechte,
Kämpfen, sonst macht man uns wieder zum Knechte.
Das Menschenrecht darf nicht unterliegen.
Haltet zusammen, und wir werden siegen!

Ihr Söhne Westfalens, ihr Söhne vom Rhein,
Steht so für die heiligen Rechte ein;
Daß die, die den Kampf uns aufgezwungen,
Bald sagen müssen: "Es ist nicht gelungen."

Im Betriebsrat und im Ortskartell tätig, nahm sie zu Beginn des Jahres 1931 ihre hauptamtliche Berufung als Gewerkschaftssekretärin nach Münster an,4 wo sie an der Seite des Bezirksleiters des "Zentralverbandes christlicher Textilarbeiter", August Heeke, in der Viktoriastraße 7 für Arbeiterinnenfragen zuständig war.

Die christlichen Gewerkschaften boten der gemäßigten, konfessionell gebundenen Arbeiterschaft eine adäquate Interessenvertretung. Sie zeigten von Kirche und Parteien, insbesondere vom Zentrum, kaum größere Abhängigkeit als die Freien Gewerkschaften von der SPD.5 In der Ära Brüning sahen sie sich zu einem Kurs genötigt, der Anerkennung der Republik mit zunächst vorsichtiger Befürwortung ständischer Ideen sowie Loyalität zur Regierung mit Kritik am sozialen Abbau zu verbinden suchte. Der sog. "Preußenschlag" am 20. Juli 1932, bei dem durch Notverordnung die geschäftsführende Regierung des Sozialdemokraten Otto Braun ihres Amtes enthoben und von Papen (gerade aus dem Zentrum ausgetreten) Reichskommissar für Preußen wurde, führte die christlichen und Freien Gewerkschaften zu einem gemeinsamen Vorgehen zusammen. Sie veröffentlichten einen Aufruf in der Presse, der Arbeiter, Angestellte und Beamte zur Besonnenheit aufrief.6 Zugleich forderten sie ihre Mitglieder auf, alles zu tun, damit die Reichstagswahl am 31. Juli stattfinden konnte, um durch ihre Stimmabgabe ihren Protest gegen die verfassungswidrigen Zwangsmethoden in Preußen zum Ausdruck zu bringen. Sie sprachen sich klar gegen jeden Versuch aus, eine Diktatur in Deutschland zu errichten. Doch ein dauerhaftes Aktionsbündnis gegen den Nationalsozialismus, das auch die revolutionären, kommunistischen Gewerkschaften einschloss, kam während der Präsidialkabinette nicht zustande.7 Das lag an den Traditionen aller drei großen Gewerkschaftsrichtungen. Die christlichen Gewerkschaften unterschätzten die Dynamik des Nationalsozialismus und glaubten wie das Zentrum an das "Zähmungskonzept".

Der "Zentralverband Christlicher Textilarbeiter" bestand seit dem April 1901.8 Im August 1930 hatte er sich auf der Generalversammlung in Dresden neue Statuten gegeben.9 Er verfolgte den Zweck, die sozialen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder auf christlicher und gesetzlicher Grundlage, unter Ausschluss aller konfessionellen und parteipolitischen Fragen zu vertreten (§ 2 der Satzung). An der Spitze des Verbandes standen der Hauptvorstand und ein neunköpfiger Verbandsausschuss als Beratungsgremium. Auf Bezirksebene übernahmen Bezirksleiter zusammen mit Bezirksbeiräten die Organisation des VerbandslebenS. Die Mitglieder wurden in Ortsgruppen oder Zahlstellen zusammengefasst.

Wachsende Arbeitslosigkeit und vermehrte Kurzarbeit bedrohten die Textilarbeiter und ihre Familien gegen Ende der Weimarer Zeit in ihrer Existenz. Darüber hinaus verschärfte die zunehmende Rationalisierung die Anforderungen am Arbeitsplatz. In manch einer Weberei musste ein Arbeiter statt wie bisher vier schmale oder zwei breite Stühle nunmehr bis zu acht schmale oder bis zu sechs breite Stühle bedienen.10 Für die damit verbundenen Mehraufwendungen an Arbeitskraft erhielt er zudem noch einen geringeren Lohn. Bei einer durch Kurzarbeit bedingten 24-stündigen Wochenarbeitszeit in einem Dülmener Betrieb verdiente ein Weber 1932 14,76 RM brutto. Das entsprach einem Nettolohn von 12,26 RM. Dazu kam eine Kurzarbeiterunterstützung von durchschnittlich 2,80 RM. Insgesamt ergab sich ein wöchentliches Realeinkommen von 15,06 RM, das auch damals bereits unterhalb des Existenzminimums lag.

Die Jahre 1933 – 1945

Titelblatt der Satzung des Zentralverbandes
Titelblatt der Satzung des Zentralverbandes.

Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften durch die nationalsozialistischen Machthaber aufgelöst. Elisabeth Küper verlor "wegen staatsfeindlicher Einstellung" ihre Stellung.11 Das bedeutete das Ende ihrer Gewerkschaftskarriere. Auch ihre Parteimitgliedschaft erlosch, nachdem das Zentrum sich als letzte bürgerliche Partei am 5. Juli 1933 aufgelöst hatte. Es folgten zwei Jahre der Flucht, weil sie unter den Schikanen des NS-Regimes sehr zu leiden hatte. Sie tauchte daher zunächst bei Freunden in Münster und dann bei Verwandten im Sauerland unter, um schließlich im Februar 1935 als Haushälterin bei ihrer Tante Regina Pietz in Merfeld unterzukommen.12 Dennoch brach sie die Verbindungen zu ihren früheren Gewerkschaftskollegen und den Führern der ehemaligen Zentrumspartei, darunter Franz Graf von Galen, nicht ab.

Darüber hinaus stellte sie sich, trotz der Gefahr, die ihr drohte, der katholischen Gemeinde- und Jugendarbeit zur Verfügung. Sie war 1937 Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft für Paramente, die die Gewänder und Tücher für den Pfarrer und den Gottesdienstgebrauch anfertigte. Auch den Kirchenchor, den ihre Tante leitete, rief sie im selben Jahr mit ins Leben. Über diese Zeit schrieb sie später: "In dem dunklen Jahrzwölft der Unfreiheit und Knechtung hat mir die wirklich schöne und harmonische Zusammenarbeit das Warten auf den Tag der Befreiung von der Knechtschaft und Tyrannei leichter gemacht. Wurde doch diese Arbeit im kirchlichen Raum nicht zuletzt auch aus Opposition gegen den Verfolgungswillen der damaligen Macht getan."13

Die Jahre 1945 – 1949

Am 7. und 9. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht und das Deutsche Reich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. In Köln, das in der britischen Zone lag, trafen sich bereits am 22. Mai christlich und demokratisch gesinnte Männer, um Gleichgesinnte für einen politischen Neubeginn um sich zu sammeln.14 Ihr Ziel war die Gründung einer neuen Partei über Konfessionsgrenzen hinweg.

Die Wieder- und Neugründung von politischen Parteien vollzog sich allerdings in den drei westlichen und der sowjetischen Besatzungszone unterschiedlich. Während die Sowjetunion in einem Alleingang bereits am 10. Juni 1945 die Zulassung von Parteien in ihrer Zone erlaubte, genehmigten die westlichen Alliierten erst im September desselben Jahres den Deutschen in ihren Zonen eine derartige Teilnahme am politischen Leben. Es ging zunächst darum, die Demokratie auf kommunaler Ebene zu beleben und dementsprechend Parteigründungen auf Kreisebene zu fördern.

Mit der Verordnung Nr. 12 regelte die Militärregierung in der britischen Zone die Bildung von politischen Parteien (Ausschnitt aus einem zweisprachigen Plakat)
Mit der Verordnung Nr. 12 regelte die Militärregierung in der britischen Zone die Bildung von politischen Parteien (Ausschnitt aus einem zweisprachigen Plakat).

Am 2. September gründeten die Christlichen Demokraten ihren westfälisch-lippischen Landesverband in Bochum.15 Vorsitzender wurde Lambert Lensing, sein Vertreter Friedrich Holzapfel, Ehrenmitglied der ehemalige Oberpräsident von Westfalen, Johannes Gronowski. Auf dem Godesberger Reichstreffen am 14. Dezember 1945 nahm die neue christlich-demokratische Partei den Namen "Union" an.16 Sie verstand sich als stark sozial geprägte christliche Volkspartei, die die Christen beider Konfessionen und Angehörige aller sozialer Schichten ansprechen und vertreten wollte. Sie wandte sich gezielt an die Wähler der ehemaligen Zentrumspartei, mit der sie wegen deren Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz 1933 und der einseitig katholischen Ausrichtung gebrochen hatte.

Heftige Gegnerschaft kam hingegen aus den ländlichen Gebieten WestfalenS. Die Gegner scharrten sich um die früheren Zentrumsleute Helene Wessel, Johannes Brockmann, Bernhard Reismann und Dr. Spieker. Sie wollten "mit der alten Fahne in die neue Zeit" (H. Wessel)17 und sperrten sich gegen die Parteineugründung, weil sie eine Spaltung des christlich-katholischen Lagers nicht hinnehmen wollten. Sie betrachteten sich allerdings mehr als politische und nicht so sehr als katholische Weltanschauungspartei.18 Daher lehnten sie die Begründung christlicher Verantwortung in der Politik ab und befürworteten stattdessen eine soziale Ausrichtung auf naturrechtlicher Grundlage. Die Wiedergründer des Zentrums versammelten sich am 14. Oktober 1945 in Soest, dem Ort, an dem 75 Jahre zuvor das alte Zentrum konstituiert worden war.19 Nun wurden neben Wilhelm Hamacher als Vorsitzendem und Fritz Stricker als seinem Vertreter, Helene Wessel und Johannes Brockmann in den Vorstand gewählt.

Elisabeth Küper als Landtagsabgeordnete (1946)
Elisabeth Küper als Landtagsabgeordnete (1946).

Elisabeth Küper, die als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt worden war, nahm ohne zu zögern ihre politische Tätigkeit wieder auf. Sie wollte für eine neue, demokratische Gesellschaft aktiv werden. Zunächst rang sie als früheres Zentrumsmitglied allerdings noch mit ihrer Überzeugung. Schließlich öffnete sie sich jedoch dem Neuen und war Mitbegründerin der CDU im Kreis Coesfeld.20 Sie gehörte von da an dem geschäftsführenden Kreisvorstand des CDU-Kreisverbandes Coesfeld als Vertreterin der Frauen an.

Den demokratischen Neuaufbau von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft wollten die Briten in ihrer Zone schrittweise in Angriff nehmen. Von der Gemeindeebene an aufwärts sollte sich der Wiederaufbau von unten nach oben vollziehen.21 Die Militärregierung gestand den Deutschen entsprechend ihrem Maß an politischer Reife Zug um Zug mehr politischen Handlungs- und Gestaltungsspielraum zu.

Am 23. August 1946 kam es in der britischen Zone zur Errichtung der Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.22 Zur Vorbereitung von Kommunalwahlen hatte die Militärregierung bereits zuvor die Bildung von Wahlkreisen und Wahlbezirken angeordnet (VO Nr. 26 vom 28. März 1946). Am 15. September fanden dann die ersten Wahlen in den Städten und Gemeinden und am 13. Oktober in den Kreisen statt. In den nordrhein-westfälischen Kommunen errang die CDU jeweils die Mehrheit.

Elisabeth Küper trat zwischen Juli und September als Rednerin in mehreren öffentlichen Versammlungen der Christdemokraten auf, um insbesondere die Frauen für die CDU23 bzw. für die bevorstehenden Kommunalwahlen zu mobilisieren.24 Für die Kreistagswahlen kandidierte sie sogar als einzige Frau im Wahlkreis Coesfeld und trat aus dem "Reservestock" an.25 Die wahlrechtlichen Bestimmungen sahen ein modifiziertes Mehrheitswahlrecht vor, nach dem drei Viertel der Kandidaten direkt, ein Viertel über eine Reserveliste gewählt wurden. Das gesamte Kreisgebiet war in 8 Wahlbezirke aufgeteilt. In 6 Wahlbezirken konnte jeder Wahlberechtigte 3 Vertreter wählen, in den Städten Coesfeld und Dülmen war es ihm möglich, 6 Vertretern seine Stimme zu geben. Die CDU gewann im Kreis Coesfeld die Stimmenmehrheit und schickte 28 Abgeordnete in den Kreistag, darunter auch Elisabeth Küper, die diesem Gremium in den ersten beiden Legislaturperioden bis zum 30. April 1951 als Mitglied angehörte.26

Ausweis Elisabeth Küpers als Mitglied des Provinzialrates
Ausweis Elisabeth Küpers als Mitglied des Provinzialrates.

Die politischen Parteien in Westfalen strebten danach, auch auf höherer Ebene in die politischen Entscheidungsprozesse in verantwortlicher Weise eingebunden zu sein. Dr. Rudolf Amelunxen hatte seit dem 5. Juli 1945 das Amt des Oberpräsidenten inne.27 Er war damit Chef der westfälischen Provinzialregierung, die auf Anweisung der britischen Militärregierung gebildet worden war. Als überzeugtem Demokraten lag ihm daran, die Parteien beratend an den Aufgaben der Provinzialregierung teilhaben zu lassen. Brigadier Chadwick, Chef der Besatzungsmacht, griff die Vorschläge Amelunxens auf und erklärte sich am 16. Februar 1946 unter bestimmten Voraussetzungen mit der Bildung eines 100-köpfigen "Beratenden Westfälischen Provinzialrates" einverstanden.28 Aufgabe und Zweck einer solchen Institution war "es zu ermöglichen, die Militärregierung [durch den Oberpräsidenten] über die öffentliche Meinung in Angelegenheiten, welche die Politik betreffen, zu unterrichten, eine Vertretung und eine Möglichkeit zur Bildung von Ausschüssen zu geben, die der Provinzialregierung bei der Durchführung der von der Militärregierung gegebenen Anweisungen in beratender Eigenschaft beigegeben werden." Die Parteien erhielten das Vorschlagsrecht mit der Auflage, dabei die regionalen, religiösen und sozialen Strömungen der Provinzen zu berücksichtigen. Auf Anordnung der Besatzungsmacht hatte die SPD 35 Sitze erhalten, die CDU war mit 30, die KPD mit 20, das Zentrum mit 10 und die F.D.P. mit 5 Mitgliedern vertreten.

Der Vorsitzende und Geschäftsführer der CDU des Kreises Coesfeld, Johannes Dieker, schlug der CDU-Landesgeschäftsstelle Westfalen in Dortmund Elisabeth Küper, nach Rücksprache mit August Heeke und Albert Hillenkötter, ihren ehemaligen Mitstreitern aus der früheren christlichen Arbeiterbewegung, als Vertreterin für diesen "Provinzialbeirat" vor.29 Das Mitgliederverzeichnis führt sie an 14. Stelle als zweite Frau mit der Berufsbezeichung "Hausfrau" auf.30 Auch August Heeke zog für die Christdemokraten in den Provinzialrat ein, an deren Spitze Johannes Gronowski stand und deren Reihen weiterhin Heinrich Lübke, der damals in Höxter wohnende spätere Bundespräsident (1959-1969), angehörte. Die Konstituierende Sitzung fand am 30. April 1946 im Theatersaal in Münster statt.31 Es handelte sich um die einzige Plenarsitzung dieser insgesamt nur fünf Monate tätigen Institution.32

Sämtliche hundert Mitglieder wurden dann als Abgeordnete für den ersten "Ernannten Landtag" übernommen. Dazu kamen die hundert Vertreter des rheinischen ProvinzialrateS. Davon waren 176 Männer und 24 Frauen,33 darunter Elisabeth Küper. Die Anteile der Parteien blieben unverändert. Das sah das Memorandum vom 1. August 1946 des Zivilbeauftragten für Nordrhein-Westfalen, Regional Commissioner William Ashbury, vor.34 Ihrem Stärkeverhältnis lagen Schätzungen der Briten zu Grunde, die sich an den Wahlergebnissen aus der letzten Phase der Weimarer Republik orientiert hatten,35 aber möglicherweise auch auf den Ausgang der Unterhauswahlen in London zurückgeführt werden könnten, bei denen die Labour Party am 5. Juli 1946 gesiegt hatte.

Über die geplante Einsetzung des Landtages wurde der Ministerpräsident seitens der Militärregierung am 29. August 1946 informiert.36 Die konstituierende Sitzung fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 2. Oktober im weitgehend unzerstört gebliebenen Opernhaus zu Düsseldorf statt.37 Nach den Kommunalwahlen am 15. September und 13. Oktober 1946 ergab sich eine neue Sitzverteilung.38 Die CDU war nun mit 92 Abgeordneten vertreten, während die Zahl der Mandate für die SPD auf 60, die KPD auf 19 und das Zentrum auf 12 herabgesetzt wurde.39 Elisabeth Küper gehörte dem "Ernannten Landtag" in beiden Sitzungsperioden bis zum 19. April 1947 an.

Es gab insgesamt fünf Plenarsitzungen in Düsseldorf bis zur ersten Landtagswahl im April 1947. Die Abgeordneten kamen dazu im Theatersaal ("Gesolei-Saal") der Firma Henkel auf dem Werksgelände in Düsseldorf-Holthausen, der auch für Operetten- und Schauspielaufführungen sowie für Filmveranstaltungen für die in den Henkel-Werken stationierten Truppen genutzt wurde, zusammen.40 Manche Sitzung musste daher wegen einer Darbietung solcher Art auf Wunsch der Briten abgebrochen werden, bevor alle Tagesordnungspunkte erledigt waren. Die Fraktionssitzungen fanden in Gastwirtschaften der Umgebung statt. Für Ausschusssitzungen standen zeitweilig bloß Besenkammern oder Korridornischen zur Verfügung. Das Landtagsbüro, in dem nicht mehr als fünfzehn Personen arbeiteten, befand sich weit entfernt im ehemaligen Mannesmann-Haus direkt am Rheinufer. Die Fahrt in die neue Landeshauptstadt dauerte für Elisabeth Küper wie für die anderen Abgeordneten im kriegszerstörten Westdeutschland oft einen ganzen Tag. Und bei noch wenig geordneten Verkehrsverhältnissen war es niemals ganz sicher, ob man sein Ziel überhaupt erreichte. In Düsseldorf folgten zermürbende Stunden der Quartiersuche, des Wartens auf Verpflegung und der primitivsten Beschaffung von Arbeitsutensilien wie Papier und Bleistift, einem Stuhl oder einem warmen Ofen. Pulte fehlten, so dass die Abgeordneten ihre Taschen und Landtagsdrucksachen auf den Knien hielten. Im Umkreis von mehreren Kilometern fand sich kein Restaurant. Zwar sprang an Sitzungstagen die Küche der Firma Henkel ein, aber da sie bereits 2.000 Werksangehörige versorgte, gab es ständig Reibereien.

Flugblatt zur Wahlversammlung mit Elisabeth Küper als Rednerin (1947)
Flugblatt zur Wahlversammlung mit Elisabeth Küper als Rednerin (1947).

Elisabeth Küper meisterte diese Schwierigkeiten mit Energie und dem unbeirrbaren Willen, die junge Demokratie zu festigen. Sie strebte dabei nicht nach politischer Macht für sich selbst. Vielmehr unterstützte sie mit ihrer festen christlichen, sozialen und demokratischen Gesinnung als stellvertretendes Mitglied die Arbeit ihrer Fraktion im Ausschuss für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft,41 harrte doch das akute Problem der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln einer schnellen und pragmatischen Lösung. Im März 1947 verabschiedete der "Ernannte Landtag" das erste Wahlgesetz für Nordrhein-Westfalen. Die ersten freien Landtagswahlen fanden am 20. April 1947 statt.

In den Wahlkampf war Elisabeth Küper einbezogen und kandidierte "an sicherer Stelle" auf der Reserveliste.42 Nach der Genehmigung der Wahlkampfveranstaltung durch den Oberkreisdirektor in Coesfeld als Vertreter der Militärregierung hielt sie abends am 18. April in der Aula des Dülmener Gymnasiums eine an die Frauen gerichtete Wahlkampfrede.43 Diesen Auftritt bezeichnete Graf von Galen in einem Brief vom 2. Mai 1947 an Konrad Adenauer als "vorzüglich".44 Doch da die CDU im Kreis Coesfeld dem Zentrum unterlag, konnte Elisabeth Küper kein Abgeordnetenmandat erringen. Somit setzte sie verstärkt ihre Kreistagstätigkeit fort. Als Delegierte nahm sie am 14./15. August an dem ersten Zonenparteitag der CDU im Städtischen Saalbau in Recklinghausen teil.45 Dabei waren auch ihre Onkel Johann Küper und Josef Espeter. Als Redner traten u.a. Christine Teusch und Landesjustizminister a.D. Dr. Sträter auf.46 Am 6. und 7. September hielt die Kreis-CDU ihren Parteitag in Gescher ab, wo Elisabeth Küper neben der Vorsitzenden des Landesfrauenausschusses der CDU, Niggemeier, im Rahmen einer Frauenkundgebung im Dom-Hotel sprach.47

Dann warf die erste Bundestagswahl ihre Schatten vorauS. Die CDU nahm Elisabeth Küper erneut in die Pflicht und schlug sie unter den weiblichen Mitgliedern neben Frau Dr. Gerwin als "besonders geeignet[e]" Kandidatin für den Bundestag vor. Auf Platz 5 rangierte sie noch vor ihrer Parteifreundin auf der Landesliste.48 Graf von Galen unterstützte ihre Kandidatur in einem Brief an Johannes Gronowski und beschreibt sie als "klug, fleißig, taktvoll, gute Rednerin, garnicht (sic!) ehrgeizig, katholisch bis auf die Knochen, geschult in der Arbeit der christlichen Gewerkschaften. Eine ganz hervorragende Frau in jeder Hinsicht."49 Die Christdemokraten gewannen diese entscheidende Wahl zum ersten Deutschen Bundestag am 14. August 1949. In Westfalen behaupteten sie sich auch gegenüber ihrer größten Konkurrentin, der Zentrumspartei. Aber zu einem Parlamentssitz reichte dieser Sieg für Elisabeth Küper dennoch nicht.

Die Jahre 1950 – 1991

Weit gefehlt die Annahme, unsere Protagonistin hätte sich nun nach diesem zweiten fehlgeschlagenen Versuch, von einer höheren parteipolitischen Warte aus zu wirken, Erholung von der politischen Arbeit gegönnt. Ihr Platz sollte vor Ort bei den Menschen sein, für deren einzelne Schicksale sie sich einsetzte. Neben ihrer Kreisvorstandstätigkeit kümmerte sie sich auch um die Belange ihrer Heimatgemeinde Merfeld. So wirkte sie von 1946 bis 1948 und von 1952 bis 1956 in der Fürsorgekommission und war 1951 bis 1952 Mitglied der örtlichen Filmkommission.50 Am 13. August 1953 trat sie im Saale Böinghoff als Mitbegründerin der Ortsunion der CDU in Merfeld in Erscheinung.51 Zu Vorsitzenden wurden damals August Frerick und Franz Schnieder gewählt.

Soviel Einsatz einer Hausfrau wollte der CDU-Kreisverband belohnt sehen und setzte sich dafür ein, dass sie anlässlich des 80. Geburtstages des damaligen Bundeskanzlers und Bundesparteivorsitzenden Konrad Adenauer am 5. Januar 1956 mit einer von diesem herausgegebenen Verdienstplakette geehrt wurde.52 Darüber hinaus war sie seit dem 28. Oktober 1956 Mitglied im Kreissozialausschuss sowie seit April 1959 außerdem im BeschlussausschusS. 53

Inzwischen hatte es einschneidende Veränderungen in ihrem privaten Bereich gegeben. 1957 war ihre Tante, die Lehrerin Frau Pietz, deren Haushalt sie bis dahin geführt hatte, gestorben. Sie blieb noch einige Jahre im Merfelder Schulhaus wohnen, zog jedoch im März 1963 nach Dülmen in die Friedrich-Ruin-Straße 28 um. Die Lage hatte sie mit Bedacht ausgewählt. Sie wollte einerseits nicht weit vom Bahnhof und andererseits nah bei der Heilig-Kreuz-Kirche wohnen. Dort befindet sich nämlich das Grab Anna Katharina Emmericks (1774-1824), der Mystikerin des Münsterlandes, deren glühende Verehrerin sie ihr Leben lang gewesen war. So wirkte sie auch im Emmerick-Bund mit und ließ von einem Kunstglaser ein Emmerick-Fenster für ihr Haus anfertigen. Ferner organisierte sie Paketaktionen nach Mitteldeutschland, sammelte Verbandsmaterial für Leprakranke und engagierte sich später auch für die Leprahilfe-Organisation Andheri, die es seit 1974 in Dülmen gibt.54

Seit ihrer Rückkehr nach Dülmen arbeitete Elisabeth Küper tatkräftig in der CDU-Ortsunion mit.55 1964 standen Kommunalwahlen an. Parteifreunde drängten die 63-jährige agile, energische Frau, sich als Kandidatin für den Rat der Stadt aufstellen zu lassen. Nach anfänglichem Zögern erklärte sie sich bereit, neue politische Aufgaben zu übernehmen, denn der Ruf ihrer Partei war für sie Verpflichtung und Bestätigung ihrer langjährigen Dienste. Sie zog nach dem Sieg der Christdemokraten in die Stadtverordnetenversammlung ein, der sie für eine Legislaturperiode bis 1969 angehörte.

Als Erstes ließ sie sich in den Wahlprüfungsausschuss wählen.56 Dann arbeitete sie in sehr zeitintensiven Gremien des Stadtparlamentes mit, nämlich im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Kultur- und Volksbildungswesen. 1968 und 1969 war sie als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der zivilen Verteidigung sowie im Rechnungsprüfungsausschuss tätig und offenbarte damit ihr scheinbar unerschöpfliches Kräftereservoir.57

Während ihrer politischen Arbeit bewegte sich Elisabeth Küper fast immer in einer reinen Männerwelt. Ihr selbst dürfte der Umgang mit ihren männlichen Kollegen allerdings nicht schwer gefallen sein, hatte sie doch schon früh gelernt, sich gegenüber ihren vier Brüdern durchzusetzen. Ihr dominantes Wesen, das laut Mitteilung der Familie ihres Neffen Franz Küper ihr besonderer Charakterzug gewesen sei, rührt sicherlich aus jener Zeit. Der Umgang mit ihr war dadurch manchmal nicht leicht, brachte ihr aber viel Respekt ein.

Für ihre langjährige kommunale Tätigkeit und ihr soziales Wirken erhielt sie anlässlich ihres 1966 begangenen 65. Geburtstages am 18. März 1967 aus den Händen von Landrat Hörnemann das Bundesverdienstkreuz am Bande.58 Nach seinen Worten befähigte sie erst ihre christliche Weltanschauung, in entscheidenden Momenten ihr Wissen und ihr abgewogenes Urteil in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Bürgermeister Schlieker gratulierte im Namen der Stadt und sagte, dass Frau Küpers Arbeit nach dem Zusammenbruch eine logische Folge ihrer Tätigkeit vor dem Kriege gewesen sei. Kreisdirektor Tumbusch wies auf ihre Ausschusstätigkeit hin. Dadurch habe sie die sozialen Aufgaben des Kreises mit angefasst und gefördert. Sie habe immer die Würde des Menschen und sein Einzelschicksal im Auge behalten.

Damit hatte Elisabeth Küper den Höhepunkt ihrer politischen Schaffensperiode erreicht. Wie sehr diese Auszeichnung und Ehrung sie berührte, verdeutlichen ihre Dankesworte: "Das, was ich getan habe und das, was mir diese Auszeichnung wahrscheinlich eingebracht hat, tat ich aus der Überzeugung, dass gerade in unseren Tagen niemand das Recht hat, tatenlos abseits zu stehen. Niemand hat das Recht zur Kritik, der nicht mittut an den Aufgaben der Gemeinschaft. Es ist meine Überzeugung, dass viel allein von denen gerettet wird, die nicht nur verantwortungsbewusst sind, sondern auch verantwortungsbewusst handeln."59 Sie sagte weiter, dass man kaum abseits stehen könne, wenn man, wie sie, schon früh bemerkte, dass die Weichen für das öffentliche Wohl im politischen Raum gestellt würden. Sie schloss ihre Rede an all die, die zu ihrer Auszeichnung in irgendwelcher Weise beigetragen hätten, mit der Feststellung, dieser Tag sei bei einem Rückblick auf die schönen Tage in ihrem Leben nicht einer von vielen, sondern einer der schönsten.

1981 konnte sie friedlich und geistig frisch ihren 80. Geburtstag begehen. Die Dülmener Zeitung widmete ihr aus diesem Anlass einen Artikel.60 Trotz ihres hohen Alters versorgte sie noch selbst ihren Haushalt und verfolgte nach wie vor regelmäßig und kritisch das politische Tagesgeschehen.61 Mit zunehmendem Alter wurde sie toleranter gegenüber liberaleren Ansichten innerhalb ihrer Partei und schätzte vor allem Norbert Blüm.

Auch das Land Nordrhein-Westfalen würdigte die politischen und sozialen Verdienste Elisabeth KüperS. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Bundeslandes erhielt sie als erste Dülmener Bürgerin und als eine der ersten Bürgerinnen und Bürger des Landes Nordrhein-Westfalen 1986 den neugeschaffenen Verdienstorden des LandeS. Insgesamt wurden 20 Bürgerinnen und 44 Bürger ausgezeichnet.62 Leider konnte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich an der Feierstunde auf Schloss Benrath bei Düsseldorf teilnehmen.63 Sie nahm den Orden am 26. September 1986 aus den Händen von Landrat Heinrich Knipper entgegen, der die hohe Auszeichnung mit den Worten überreichte: "Sie haben sich mit Ihrer sozialen Einstellung den Dank und die Anerkennung Ihrer Umwelt erworben."64 Als weitere Gratulanten fanden sich in der Friedrich-Ruin-Straße 28 ein: Altbürgermeister Hans-Rudolf Schlieker, Landtagsabgeordneter Helmut Elfring, Stadtdirektor Dr. Lemmen, Bürgermeister Karl Ridder, CDU-Fraktionschef Walter Mahlmann, Ortsvorsteherin Hilde Freytag sowie der Merfelder Ortsvorsteher Hubert Hinsken. Die so Geehrte dankte denjenigen, die "an das Wenige, was ich getan habe, gedacht haben."

Elisabeth Küper nach der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen mit Landrat Knipper
Elisabeth Küper nach der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen mit Landrat Knipper.

Zu ihrem 85. Geburtstag, den sie zwei Monate später im Kreise ihrer Familie feiern konnte, wünschte sie sich für ihren wohlverdienten Ruhestand vor allem Gesundheit und die Kraft, sich an den schönen Stunden zu erfreuen.65 Aus diesem Anlass verlieh ihr der CDU-Stadtverband 1987 die Ehrenmitgliedschaft.66

Einige friedliche Jahre waren Elisabeth Küper nun noch beschieden, in denen sie von der Familie ihres Neffen Franz Küper liebevoll umsorgt und betreut wurde. Sie entschlief hochbetagt im 90. Lebensjahr stehend am 20. Januar s1991. Ihr letzter Wunsch galt Spenden für die Kinder- und Leprahilfe-Organisation Andheri. Sie war zeit ihres Lebens eine streitlustige und furchtlose Kämpferin für die Belange der Frauen und Schwachen der Gesellschaft gewesen, ohne dabei auf der politischen Bühne im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Ihre Frömmigkeit und christliche Demut machten sie sensibel für die brennenden Fragen im sozialen Bereich ihrer Zeit. Stets lebte sie vor, was sie politisch einforderte. Beharrlich und kontinuierlich vollzog sich ihre Arbeit sowohl auf Landes- wie auf kommunaler Ebene und machte sie zu einer wichtigen Garantin für die demokratische und gesellschaftliche Entwicklung im Lande, im Kreis Coesfeld und in der Stadt Dülmen. In der klaren, anschaulichen Sprache ihrer Reden appellierte sie an das Verantwortungsgefühl ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ihre zahlreichen unveröffentlichten Gedichte sind Zeugnisse einer wachen und starken Persönlichkeit.

1. Stadtarchiv Dülmen, Personenstandsbuch Merfeld/Bauerschaft, Nr. 104 – 208, S. 34.

2. Nachlass Küper: Arbeitszeugnis der Familie Dudenhausen vom 31. 3. 1925. Vgl. auch: Ursula König-Heuer, Elisabeth Küper, in: Zeitgenossinnen — Frauengeschichte(n) aus dem Kreis Coesfeld, hg. von den Gleichstellungsbeauftragten und den Archivarinnen und Archivaren der beteiligten Gebietskörperschaften des Kreises Coesfeld, Senden 1998, S. 28f., hier S. 28.

3. Nachlass Küper. Als Kopie im Stadtarchiv Dülmen. Zitiert wird hier der am 27. 10. 1928 in einer Zeitung erschiene Abdruck, der sich als Zeitungsausschnitt ebenfalls im Nachlass befindet.

4. Nachlass Küper: Aufnahmebestätigung des Verbandes christlicher Textilarbeiter des Bezirks Westfalen vom 1. 1. 1931. Vgl. auch: König-Heuer, wie Anm. 2, S. 28.

5. Hierzu und zum Folgenden: Michael Schneider, Die christlichen Gewerkschaften 1894 – 1933, hg. von Kurt Klotzbach, Bonn 1982 (Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Reihe: Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Bd. 10), S. 763f.

6. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 21. 7. 1932.

7. Hierzu und zum Folgenden: Schneider, wie Anm. 5, S. 764.

8. Ebd., S. 80.

9. Nachlass Küper: Satzungen des „Zentralverbandes christlicher Textilarbeiter“ beschlossen auf der Verbandsgeneralversammlung zu Dresden vom 3.-7. August 1930.

10. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 28. 2. 1932. Danach auch das Folgende.

11. Nachlass Küper: Maschinenschriftlicher Lebenslauf Elisabeth Küpers, undatiert.

12. Ebd.

13. Ebd.

14. Leo Schwering, Frühgeschichte der Christlich-Demokratischen Union, Recklinghausen 1963, S. 34.

15. Ebd., S. 123.

16. Ebd., S. 164.

17. Zitiert nach Antje Dertinger, Frauen der ersten Stunde. Die Frau in der Gesellschaft, Frankfurt/M. 1999, S. 233.

18. Nachlass Küper: Abschrift des Protokolls über die Sitzung von Dr. Spieker und den Geistlichen von Oberhausen am 13. Januar 1947 im Vinzenzhaus, S. 2. Zum Folgenden ebd., S. 3. Vgl. auch Westfälische Nachrichten vom 9. 10. 1946: „Galen antwortet dem neuen Zentrum“.

19. Schwering, wie Anm. 14, S. 134.

20. Nachlass Küper: Lebenslauf Elisabeth Küper. Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung [ACDP] II-043 – 011/1: Mitgliedslisten für die Vorstände vom 28. 1. 1952 und 1. 5. 1956.

21. Vgl. Herbert Neseker, Der Provinzialrat als Vorläufer des Landtags, in: 40 Jahre Parlamentarismus in Nordrhein-Westfalen, hg. von Karl Josef Denzer, Düsseldorf 1986 (Schriften des Landtages Nordrhein-Westfalens, Bd. 1), S. 179 – 182, hier S. 179.

22. Später, zum 1. 11. 1946, wurden die Länder Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und die Provinz Hannover zum Bundesland Niedersachsen vereinigt.

23. Vgl. ACDP II-043 – 012/2: Ankündigung und Protokoll über E. Küpers Auftritt in der Gaststätte „Haselhoff“ in Coesfeld am 11. 7. 1946 zum Thema: „Die Frau in der CDU“.

24. ACDP II-043 – 011/3: Rede über „Die Frauen und die kommenden Wahlen“ auf einer CDU-Versammlung am 8. 9. 1946 in der Wirtschaft „Vording“ in Holtwick (Schreiben Johannes Diekers an die Militärregierung in Coesfeld durch den Oberkreisdirektor vom 31. 8. 1946) sowie am 11. 9. 1946 im Saale „Ganten“ in Gescher (Schreiben Diekers an die Militärregierung in Coesfeld durch den Oberkreisdirektor vom 5. 9. 1946).

25. Hierzu und zum Folgenden vgl. Westfälische Nachrichten vom 25. 9. 1946 und Westfälische Nachrichten vom 16. 10. 1946.

26. Nachlass Küper: Lebenslauf Elisabeth Küper. Stadtarchiv Dülmen, Stadt Dülmen, D 157: Durchschlag des Antrags auf Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 24. 10. 1966, S. 3.

27. Neseker, wie Anm. 21, S. 179.

28. Ebd., S. 180f.

29. ACDP II-043 – 011/3: Schreiben Johannes Diekers an die CDU-Landesgeschäftsstelle Dortmund vom 6. 3. 1946 sowie an Elisabeth Küper vom 15. 3. 1946.

30. Archiv des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien, A 0208/440, „Die Mitgliedschaft im Provinzialrat“.

31. Nachlass Küper: Schreiben des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen an Elisabeth Küper vom 6. 4. 1946: Einladung zur ersten Vollsitzung des Provinzialrates.

32. Dagegen tagten die insgesamt zehn Fachausschüsse des Provinzialrates noch häufiger. Vgl. Neseker, wie Anm. 21, S. 181f. Ferner: Westfalenparlament. Die Abgeordneten des Westfalenparlamentes 1826 – 1978, zusammengestellt von Josef Häming, Münster 1978 (Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 2), S. 123.

33. Hein Hoebink, Landtag, in: Nordrhein-Westfalen — Landesgeschichte im Lexikon, Redaktion Anselm Faust in Zusammenarbeit mit Norbert Andernach und Dieter Lück, Düsseldorf 1993, S. 263 – 270, hier: S. 263.

34. Walter Först, Geschichte Nordrhein-Westfalens, Bd. 1: 1945 – 1949, Köln-Berlin 1970, S. 182; Wolfgang Hölscher, Gründung Nordrhein-Westfalens, in: Nordrhein-Westfalen — Landesgeschichte im Lexikon, wie Anm. 33, S. 172 – 180, hier S. 176.

35. Ausführlich dazu Först, wie Anm. 34, S. 183.

36. Archiv des Landtages von Nordrhein-Westfalen, A 50 01/1: Schreiben der Militärregierung an den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen vom 29. 8. 1946.

37. Westfälische Nachrichten vom 5. 10. 1946; Först, wie Anm. 34, S. 187.

38. Westfälische Nachrichten vom 6. 11. 1946.

39. Hölscher, wie Anm. 34, S. 177.

40. Hierzu und zum Folgenden: Hoebink, wie Anm. 33, S. 263f. sowie Helmut Elfring, Lisbeth Küper — Dülmener Abgeordnete der ersten Stunde, in: Jahrbuch 1998 (Kreis Coesfeld), S. 23.

41. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 18. 11. 1981.

42. ACDP II-043 – 011/3: Schreiben des Kreisvorsitzenden der CDU J. Dieker an die Landesgeschäftsstelle der CDU in Dortmund vom 1. 2. 1947.

43. Vgl. ACDP II-043 – 011/3: Schreiben der CDU des Kreises Coesfeld an die Militärregierung vertreten durch den Oberkreisdirektor in Coesfeld vom 12. 4. 1947.

44. ACDP III-002 – 070/1: Schreiben Graf von Galen an Dr. Konrad Adenauer vom 2. 5. 1947.

45. Nachlass Küper: Delegiertenausweis zum Zonenparteitag am 14./15. August 1947.

46. Nachlass Küper: Programm des „Ersten Parteitages der CDU der Britischen Zone am 14./15. August 1947“ in Recklinghausen.

47. ACDP II-043 – 011/3: Einladung des CDU-Kreisvorstandes vom 3. 9. 1947 und Programm des CDU-Kreisparteitages 1947.

48. ACDP II-043 – 012/3: Protokoll der Kreisvorstandssitzung am 4. 6. 1949 sowie die an die Landesgeschäftsstelle der CDU gesandte Vorschlagsliste vom 4. 6. 1949.

49. ACDP III-002 – 070/1: Brief Graf von Galen an Gronowski vom 11. 7. 1949.

50. Archiv des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien, A 0208/440.

51. ACDP II-043 – 071/1: Handschriftliches Protokoll der Gründungssitzung der CDU Merfeld am 19. 8. 1953 von E. Küper.

52. Nachlass Küper: Danksagung Adenauers vom 5. 1. 1956. Vgl. auch Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 16. 9. 1964.

53. Vgl. Stadtarchiv Dülmen, Stadt Dülmen, D 157: Durchschlag des Antrags Schliekers auf Verleihung des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland vom 24. 10. 1966, S. 3.

54. Vgl. ebd. das Konzept Schliekers zum Antrag auf Verleihung des BundesverdienstkreuzeS. Zur „Andheri-Hilfe“ vgl. Westfälische Nachrichten - Ausgabe Münster-Stadt vom 24. 12. 2002.

55. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 16. 9. 1964.

56. Vgl.: Archiv des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien, A 0208/440 sowie Stadtarchiv Dülmen, Stadt Dülmen, D 157: Durchschlag des Antrags Schliekers auf Verleihung des Bundesverdienstkreuzes vom 24. 10. 1966, S. 3.

57. Allerdings verwundert es ein wenig, dass ihre CDU-Zugehörigkeit sich erst seit dem 1. 1. 1966 nachweisen lässt. Mitgliederlisten aus der Gründungszeit der Kreis-CDU gingen später leider verloren (mündliche Auskunft durch den Kreisgeschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Coesfeld, Herrn Hans-Peter Egger).

58. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 20.3. und 21. 3. 1967.

59. Ebd.

60. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 18. 11. 1981.

61. Diese und die folgenden Aussagen beruhen auf Auskünften der Familie Franz Küper.

62. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 6. 9. 1986.

63. Archiv des Landtags Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 0208/0440: Schreiben des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen an den Landrat des Kreises Coesfeld, Heinrich Knipper, vom 15. 9. 1986.

64. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 27. 9. 1986.

65. Archiv des Landtags Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 0208/0440: Landtag intern vom 18. 11. 1986, S. 16

66. Stadtarchiv Dülmen, Dülmener Zeitung vom 27./28. 9. 1986.

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