Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2003

Paul Gödde

Slaot de Eier in de Pann …"

Saoterdaggs moss miene Moder in Dülmen inkaupen. Et gonk üm Fleesk un Smaikwiärks. Bie us in Rorup gaff’t nämlick vüör den Krieg kiene Slächterie un auk kienen Tobaklaoden. Swaorens konns bie Kolonialwaoren Van Dillen viells kaupen, patt nich alls. Summerdaggs föerde Mama met’e Fiets, aower wann dat äösige Hiärwstwiär kamm, namm se Schwering’s Bus un ick droff met — auk to’t Inkaupen. Dann foll bie’n Slächter Kaute ’n Wuorst-Timpken för mi af un ’ne Göpsvull Klümpkes bie Tobak Brabender.

Aower de Tied wuor mi auk nüms lang, wann’k bie de Bessöllern up Mama waochtede. To’n Biespiell har Opa ’ne Kollekte van Naudgeld uut de Jaoren nao den Iärsten Wiältkrieg. Dat was för mi ’n dull Bellerbook un Opa wuss to de bünten Afbellungen mannig Vötellsel. Tomiärst intresseerde mi dat Geld van Städte uut’e Naoberskopp: Haltern, Coesfeld, Dossen un Mönster. Up den 1 Mark Schien van Dülmen uut 1921 stonn ächten de Spruek:

„Schlot de Eier in de Pann’, dann kümmet dao nich Küken van!“

Notgeld der Stadt Dülmen (1921)
Notgeld der Stadt Dülmen (1921).

Wat’t daomet up sick har, hätt Opa mi vökläört: "Vüör lange, lange Tied satt wied buten vüör de Stadt in siene faste Buorg een Graof, de up de Dülmsken nich gued to spriäken was. De Stadt har nämlick in üöre Feldmark rundümto Watermüelen un Winnemüelen baut. Nu göngen de Buern, de naige bie de städtsken Müelen üöre Höwe härren, nich mäer to de gräöflicken Müelen, de faken to wied wägg laggen.

De Graof vödainte nu wainiger un was den Magistraod van Dülmen ’up dat Dack stiegen’. Dat holp nicks, Büörgermester un Räöde weesen den Graofen haugmödig af. Daoruphän üöwerfoll de Graof ’n Hannelstreck, de nao Dülmen wull, namm de Kauplüe dat af, wat he düör siene Müelen nich vödaint har — villicht auk ’n bietken mäer! Dat gonk nich aohne Gewaolt af un mannigeen van de Knächte har ’ne Dülse an’n Kopp of gaor ’n Mess in’e Buorst. De Städtsken raipen de Büörgers bieneen un trocken loss, üm den Graofen to wiesen, we de Üöwerhäer wüör. An de Buorg konnen’s nich dran, an den Graofen iärst rächt nich. Dao häbbt se enen Buernhow, de den Graofen tohäörde, afbrannt un alls Vee met nao Huus nuomen. Nu üöwerföllen de gräöflicken Landsknächte ennige Hannelslüe uut Dülmen un stoppeden se in’n Kellerlock van de Buorg. De Städtsken mössen ’n Büül vull Sülwerlinge betalen, üm üöre Metbüörgers wier frie to krieggen. Et gonk hän un hiär, de Krieg — Fehde säggen’s daoto — was antogg.

Enen Dagg häbbt de Dülmsken buten vüör de Landwiärn ’n gueden Fang maakt: Twee junge Kääls — de Süöne van den Graofen! Met graut Bohai un Remmidemmi sint de twee Gefangenen vüör dat Raodhuus sliept wuorn. Glücklick dachen de Büörgers, nu härren’s ’n Fuustpand in Hannen, nu könn wier Friäden in’t Land sien, nu moss de Graof doch kleen biegiewwen! In üöre Fraide drapp se dat hatte Waord van’n Büörgermester Krumtünger äs ’n kaollen Riängenguet: „Schlot de Eier in de Pann’!“ Dat was dat Daudsurdeel! Patt dütt grülicke Vöbriäken wuor nich vulltrocken! De Büörgers konnen de Stadtväers üöwertügen, dat de Friäden mäer wärt was, äs twee daude Graofensüöne. De kammen tonaigst in’t Kaschott, de Graof moss Urfehde swäören un — enen van siene Süöne hätt hernocher sogaor de Büörgermestersdochter hieraodt!

Dat was Opa sien Vötellsel. Ick weet nich mäer, üm wecken Graofen, üm wecken Aadlicken sich dat hannelde. Was dat de Ridder van Keppel, Buorghäer to Weddern, wat sick vandage Kartaus nömt? Villicht de Meinhövel van Lünksel? Of de Häerns van Schonebeck uut Appelhülsen? Aor de van Merode uut Merfeld? De van Empte, van Swicker, van Rodorpe uut Rorup? Egaol, kumpaobel daoto wäören se alle! De Kartäuser-Münk Werner Rovelink (1425 – 1502) schreef in de iärste Hemaotkunne van Westfaolen üöwer de aadlicken Kabbeleers: „Rieden un Rauwen was kiene Schanne, dat daien de Besten van dat Lanne!“

De historsken Ächtergrünne säögen ’n bietken wat anners uut. De waore Geschicht to den barbaarsken Büörgermester-Spruek mott — äs de Chroniken dat mellet — in’n Dezember 1622 passeert sien. In de unsiälige Tied van den vömuckten 30jäörigen Krieg.

Erzbischof Ferdinand, Kurfürst van Köln, de auk Fürstbischof van Mönster, Hildesheim, Lüttich un Paderborn was, har sick de katolske „Liga“ unner sienen Broer Herzog Maximilian van Bayern tiegen de evangelske „Union“ ansluoten. De Lanneshäer har „vögiätten“, siene „Landstände“ — de to’n Deel lutersk wäören — van düsse „Parteinahme“ to vöstännigen un se daorup intoswäören. Dat föerde to dat naokuemende Kuddelmuddel!

Enne 1622 drüeden de besunners rabiaten un tuchtlausen Unions-Truppen unner Ernst van Mansfeld in de westfäölsken Bistümer intofallen. Ferdinand raip den katolsken Heerführer Graf van Anholt to Hölpe. De gaff Uorder an sien Offsseers in de mönsterländsken Städte Inkwaterungen to leggen, üm den Mansfeld dat Liäwen swaor to maken.

Patt de miärsten Städte wullen düsse Hölpe nich. Se wullen kiene Inkwaterung nich häbben! Se mössen nämlick alls sölws betalen: Niäben Koppgeld för Mann un Piärd auk Köst un Logis van desölwigen. Daoto alls dat, wat de wille Suldaoteska süss no so uutfriätten dai …! Jau, dao was’t eengslick egaol, of Saotan aor Dübel, Frönd aor Fiend binnen de Müern satt, betalen moss so of so alls de Büörgermester uut den Stadtbüül!

Ferdinand konn ennige Städte blaus düör Gewaolt daoto brengen, de anholtsken Suldaoten in üöre Hüser un ächter üöre Müern uptoniemmen. Äs Enne November 1622 de Kumpenie van den Rittmester van Lohn uut de Armee van den Graofen Anholt nao Dülmen kamm un äs Frönd ankloppede, bliewwen de Paorten sluoten. M’ kann sick vüörstellen, dat daobie nich män „fröndlicke“ Wäör wesselt wuorn sint!

De Büörgermesters Kortendiek un Krumtünger härren de Büörgers, Mannslüe un Fraulüe un alle Inwueners van de Stadt up de Vödeffendeerung inswuoren. Bie Liew un Liäwen!

In de Nacht van’n 20. to’n 21. Dezember vösöchen de van Lohnsken Rieders, de vüör de Buorgpaort liggende Piäpermüele intoniemmen. De Büörgerwiär vödreef de Angriepers, van de ennige daud bliewwen. Enen Gefangenen härren de Dülmsken maakt. Den bröchen’s vüör dat Raodhuus un wullen van den Magistraod wietten, wat se met den Kääl doon söllen.

In düssen Augenslagg mott Büörgermester Krumtünger den historsken Sats säggt häbben: „Schlot de Eier in de Pann’, dann kümmet dao nich Küken van!“ Un de Büörgers häbbt würklick den Gefangenen daudschuotten!

De Büörgermesters van de „rabällsken“ Städte — nich blaus de uut Dülmen — kammen vüör’t bischüplicke Gericht un wüören hatt bestraoft. De Städte kreegen üöre Privilegien afnuomen un mössen derbe Straofgeller talen. De evangelsken Büörgers sint 1623 to Uutwannerung twungen wuorn.

Waorhait hän — Waorhait hiär, kass’e säggen, wat’e wuss, Opa siene Geschicht mook mi mäer Plaseer äs de ächte Historie!

Uut Göddes Wiärkstiär 11/2003

Quellen:

Der Dreissigjährige Krieg und der Alltag in Westfalen. Quellen aus dem Staatsarchiv Münster, bearb. im Staatsarchiv Münster, Redaktion: Leopold Schütte, Münster 1998.

Albert Weskamp, Geschichte der Stadt Dülmen, Dülmen 1911.

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