Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2004

Günter W. Peters

Lambertusdagg, 16. bes 18. September

Wenn de Dage all küörter wuorden, dann fraiden wie Blage us up de Lambertiefieer’n, de daomols in de Stadt up alle Pläske und auk up de Straotenkrüüse affhaollen wuorden. Lambertus is eenen von de aollen Brüeke, de män blos hier in usse Mönsterland bekannt wüören, un de Geliährten striet’t sik Vandage noch daodrüower, off dat wat met de Lambertikerk — de Hauptkiärk — in Mönster to daohen häff. Wildat in Mönster aower fröeher wull to dull fiert wuorden is, sind daomols üm 1893 de Lambertusfeste von de Polizei verbuoden wuorden. Daodüör konn dat Fest aower nich affschafft werden. Jüst sästain Jaohre läter, nämlik an’n 17. September 1909 wuor den bekannten Lambertusbrunnen vüör de Lambertikiärk inwieht.

Den hilligen Lambert kaim ut eene vüörnaime Famillige ut Maastricht un he wuor all met 33 Jaohr üm 668 to’n Bischopp von Maastricht wieht, un, düör Intrigen is he üm 675 äs Bischopp affsett’t un verbannt wuorden. Bie’t Gebätt vüör den Altaor up sienen Landsitz is he dann an’n 17. September 705 ermordet wuorden. Düssen Dagg könn nu den Anlaß füör de kiärklike Patronatsfieer sien.

An den Festdagg von den hilligen Lambertus wuor aower früher de Arbeitstied von alle Handwiärker von 11 ½ Stunnen in’n Summcr, up 10 Stunnen füör de Hiärwst- un Wintertied heraffsett’t. Dat was aower nautgedrungen so, wildat bie dat Daageslecht kinne längere Arbeit müerglick was, un dat Uolge was daomols wull to düer, üm daomet für Lecht to suorgen. Jau un 1½ Stunnen wainigcr Arbeit an’n Dagg, dat was dann wisse wull Grund genoog, üm dat auk feste to fieern. Wao dat auk ümmer män hiärkuemmen magg, füör us Kinner was Lambertus ’ne schöne Tied.

Een paar Dage vüörhiär faong dat so an, dat ut Fixebauhnenstangen een Draibeen timmert wuor, wao in de Midde’n Hassel ümkaim un dat was füör gewüenlik ’ne aolle Fahrradfelge. Düt Gestell wuor dann met Dannengröön un Buntpapier ümwickelt. In dat Gröön kaimen dann de Stöckskes von all de Fackeln, de man to de Tied jä auk all kaupen konn, aower wat jä tomiärst garnich dran satt. So häff wie us dann met uutgehüörlte Runkeln behaolpen, in de dann Gesichter inschniedden wuorden. Dat wuör aower würklik kinne Behelperie, nee, manksten konn man dao richtige Kunstwäirke bewünnern. Jüst so was dat aower auk met de sölwstgemaakten Lampiönkes, de dann allbieneen in den Lambertusständer steckt wuorden.

Wann et dann dunkel genoog was, wuor de Pyramide met de briännenden Lämpkes up de Straote henstellt un ennige Kinner lockden de Jungen un auk de Aollen met den Sprüek ut de Hüüser: „Kinners kuemt hier, lange Lena is de wier.“ Un ennige raipen darin ut: „Kinners bliewt dao, is garnicks von waor.“ Aower se kaimen trotzdem, denn allbieneen mooken se daobie met und aolt un jung pock sik an de Hänne un laip in een Ring üm de Pyramide harüm. Daobie wuorden dann all de schönen aollen Leeder sungen, waovon jä ennige noch in usse aolle schöne, Platt sungen wätt. Daobie denk ik an dat schöne Leed: „O Buer wat kost dien Hai“, wat allene all nieggentain Strofen hät un de ik hier äs uplisten will: O Buer wat kost dien Hai, … Mien Hai dat kost’ne Kron, … O Buer, dat is to düer, … Nu söch sik de Buer ’ne Frau, … Dütt is miene laiwe Frau, … O wat’ne schöne Frau, … Nu söch he sik en Kind, … Düt is usse laiwe Kind, … O wat en schönet Kind, … Nu söch he sik ’ne Magd, … Düt is miene laiwe Magd, … O wat ’ne schöne Magd, … Nu söch he sik en Knecht, … Dütt is mien laiwen Knecht, … O wat en schönen Knecht, … Nu söch he sik en Rüen, … Dütt is mien laiwen Rüen, … Nu giff wie den Buer en Schupp. Dütt aolle Leedken wuor ümmer wier gäne sungen un wenn dann de ganze Buerenfamillge komplett was, wuor dat Fest füör de Kinner beendet, aower de Grauten mooken dann wieder, un daobie konn et manksten laat werden. Up Lambertie wuorden aower auk ennige Leedkes in Haudütsch sungen äs: Laßt uns froh und munter sein, … Guter Freund ich frage dir, … Jammer, Jammer höret zu, … Laurentia, liebe Laurentia mein, … Der Herr, der schickt den Jäger aus, … Und wer im Januar geboren ist (Februar, März usw.)

Lambertus-Feier auf dem Kirchhof von St. Viktor.
Lambertus-Feier auf dem Kirchhof von St. Viktor. Der Verkehrs- und Heimatverein ergriff in den 1980er Jahren die Initiative, das alte Brauchtum zu Lambertus wieder aufleben zu lassen.

Jä, un wu is dat denn nu Vandage? Wo is denn Vandage noch de Naoberschopp, de eene Pyramide baut un wo dann noch Lambertus fieert wät, üm den aollen Bruuk wier upliäben to laoten? Ik dai mi jä wahne fraien, wann et in de Stadt sowat äs wier gäff, jau un dann sin wie allbieneen upföerdert, daobie kräftig met tomaaken daomet den aollen Brüek wier in de Gänge kümp. Met den folgenden Text wull ik all vöer Jaohren an de Lambertusfieern erinnern:

De aolle Stadt

Well kennt se noch, de aolle Stadt,
met smaole Straoten, stille Winkel?
Dao föehrden di kin Auto platt,
dao konns du laupen un auk hinkeln.

Wie spiellden fangen un verstecken,
met Pietskendopp un Pinnhaoltslaon.
All üöwerall gaff’t schöne Ecken
graut noog füör den Lambertietaon.

Üm de Lambertie-Pyramide,
de buntgeschmückt met Lampions
süngen de Kinner, aower auk aolle Lüde
noa de Lambertietradition.

Kinners kuemt hier,
lange Lena is de wier.
Kinners bliewt dao,
is garnicks von waor.

Un wao de lange Lena wüör,
dao wassen sik de Naobers ennig,
dao föehrden dann kin Auto düör,
den Fahrer gonk et süß elennig.

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