Dülmener Heimatblätter

Herausgeber: Heimatverein Dülmen e. V.

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<< Heft 2, 2005

Günter W. Peters

De Polßei un de Lüe in Stadt und Land

Usse Polßeiwache wöer bäs to de Bombadeerung von de Stadt jä in de Scharre von dat Raothuus. Äs ik in‘n August 45 uut de Gefangenschaft trügges kaim, dao was de Polßei in dat Huus Frie an‘n Krüßwegg unnerbracht. Un eenen von de Polßisten, de jä to de Tied noch kinne Uniform hadden, häff mi dann nao Huus, nao de Lünkerstraot bracht. In‘n Oktober 1948 trock de Polßei dann in dat Huus Sievert, wat jä auk an den Krüßwegg stonn. Nao twee Jaohr gonk et dann in‘n Oktober 1950 in de niee Wache „An den Wiesen“, wao man bäs Märt 1972 verbleew, bäs et dann nao Bendix an de Lünkerstraot gonk. Dat endgültige Quartier wuor an‘n 3. Dezember 1991 in den Schluottgaorden an de Ecke Mühlenwegg betrocken. Un ik weet jä nich, wuvull Beamte dao nu wull tätig sind.

Denn Polßeibeamten of Gendarm was fröcher in‘t Duorp eene Respektsperson, de faken faorts nao den Pastor of den Lährer kaim. So wuor de kleinen Blagen wull Angst injaggd wenn de Öellern saggen: „Wenn du nich aardig bis, dann kümp de Polßei un stoppt die in de Kist!“ Dat was nu wull nich dat rechte daon üm Vertruen to schaffen. Wann de Kleinen dann blos ‘ne Uniform saogen, dann hadden se et wahne ielig un laiten et trecken. To de Tied trueden sik nicheen met dat Fahrrad verkiährt in de Iinbahnstraot, of sogar friehännig to föehren. Män blos von eenen weet ik, dat he daobie erwischt wuorden is. Äs he nu affstieggen was, fraogg ein den Polßist, off he wull Wiärktüeg bie sik har. Jau, Bennatz wees up siene Saddeltaschke. Jau, den Polßist namm den passenden Schlüettel dao haruut, monteerden em den Lenker aff un sagg to Bennatz: „Du kanns jä friehännig föehren, un sägg dienen Papa Bescheid, he kann sik den Lenker Vanaobend up de Wache bie mi wir affhalen!“ Man kann sik viellicht vöerstellen, wat Bennatz an‘n Husse föer‘n Spass krieggen häff, un ik glaiw nich, dat he naomaol friehännig döer de Stadt föehrt is.

To de Tied gaff et noch nich vull Autos in de Stadt un Alkoholkontrollen kannden man nao nich äs den Namen nao. In de schlechte Tied, kuort nao den den Krieg, dao was vöer de Währungsreform nich wahne vull to kaupen un auk de Wiärtslüe hadden nich vull antaobaiden. An‘n Schnäpsken was daomols garnich to denken, un dat Beer schmook män blos, wenn dao en lück Saft düerkaim, daomet‘t wainigstens etwas Geschmack kreeg. Denn Schnaps, de man daomols kriegen konn, was tomiärst allbieneen Balkenbrand, dat hett, he kaim uut Schwattbriännerien. An eenen Aobend stonnen de Mannslüe an de Theke, et was nao Fieraobend un den Polßist stonn auk daobie, un man küerden üöwer Dies und Das. Dao sagg den Polßist: „Bie us in‘t Duorp sin 24 Briännerien un eenen daovon mott ik melden!“ Den Eenen of Anneren zuckden all bieneen un fraoggen em nao dat waorüm? Daoruphen sagg he: „De Kiärl de brennt eenen affschailiken Schnaps, de kann kin Menschk suupen!“

Un nu eene waohre Geschichde uut de Tied, wao noch aff Tain Uhr Sperrstunde wüör, un man sik daonao nich miähr buten upphaollen droff. Min Vader har bie eenen Buer in Leiste ‘ne kleine Schlosserarbeid maakt un kreeg dann daofüer een Sässwiärkenferkel, wat he aower affhalen moß un faorts slachd werden soll. De Vader un min Broer met de Fahrriär un een Anhänger daohen. Dat kleine Köttken wuor in eenen Sack stoppt un dann gonk et wier trügges nao Huuse hen. An een Fahrrad kaim aower unnerweggens eene Panne, de iärst repareert werden moß. Dao blossen auk all de Sirenen, well de Sperrstunn bekannt gaff, aower se mossen jä nao Huus.

An dat aolle Gymnasium stonn dann ‘n Polßist in Zivil, de aower eene Armbinde droog, un de fraogg de beiden, wao et denn hengöeng. Un dann fraogg he, wat denn in den Anhänger wüör? Min Vader sagg daorup hen: „Män bloos lierige Säcke“. Wann se auk noch kinne Uniform hadden, Taschkenlampen de wüören aower wull dao un he löechden daomet in den Anhänger harin. Un dao saogen se all de Bescheerung. De kleine Kodde har sik een Lock in den Sack friätten un keek met den Kopp dao haruut. Jä, un dao rnossen de baiden met nao de Wache up‘n Krüßwegg, wao dann een aollen Bekannten von min Vader Denst dai. Naodem min Vader em dann alls verklöert har, sagg de dann: „Nu kanns dat Dierken nich eenen vöer den Kopp hauen un verwuorsten, nu moß dat män an‘t Amt anmelden un bes to‘t Slachden fett foern!“

So, bes nuhen wassen dat jä tomiärst Geschichden un Döenkes uut de aolle Tied. Aower de Tieden häfft sik wahne wannelt un usse Polßei mot sik vandage met annere Dinge beschäftigen, denn well dachden fröeher daoran, dat nu sovull Autos üöwer usse Straoten föehrt. Un dat wi auk äs ‘ne Autobahn kreegen, dao häff daomols auk nicheen an denken konnt. Et vergaiht jä wanne kin Dagg, wao nich een paar Autos tosammen rappelt. Wenn dat daobie män blos bie Blieckschäden bleew, dann magg dat noch wull angaohn. Vull laiger is et wull, wann et an de Butten un an de Gesundheit gaiht. Un miärstendeels sin dat jä de jungen Lüe, de jä auk gewüertlik allbieneen vull to „Langsam“ föehrt. To mi sagg äs eenen von de Strategen: „Ik föehr so schnell, wann denn Unfall kümpt, dann bin ik all lange wegg!“ Mi dücht, dat is jä nu wisse nich de rechte Instellung füör ussen Straotenverkehr. Daomet dat up de Duer aower anners wätt, mott man all bie de „Kleinen Kinner“ anfangen, un de üöwer de Gefaohren upklöeren.

Daorüm is den Verkehrunnerricht in de Kinnergäörden jä auk so wichtig, denn daobie kriegt de Kleinen jä auk dat rechte Vertuen to den „Onkel Polßist“, un ik glaiw, dat is wull wichtig genoog. De Kleinen liährt dann all, wu se sik richtig verhaollt, wann se to Foot of met iöhr Fahrrädken unnerwäggens sind.

So, nu noch een Geschichtken von de jungen Lüe. Dao wätt eenen von de jungen Autofahrers von de Polßei anhaollen, wildait he noch äs so‘n Jüngskün uutsaog un nao sienen Führerschien fraoggt. Daoruphen kick den Jungen Kiärl heel verdutzt un sägg: „Führerschien? Ik dachden de kreeg man iärst met 18 Jaohr!“

Een Verkehrpolßist böert de Hand hauge, aower de aolle Frau kümmert dat nich un se löpp eenfach wieder aüwer de Straot. Daoruphen fröegg he: „Wiert ji denn nich wat dat bedütt wann ik de Hand hauge böer?“ „Jau, wisse, dat weet ik wull, ik was doch üöwer 30 Jaohr Lährerin.“

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